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Node-RED Best Practices: Ordnung, Wartbarkeit und saubere Flows
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Best Practices, Ordnung & Wartbarkeit
Langfristig erfolgreich bleiben – ohne Flow-Spaghetti
Ziel: Nachhaltige, wartbare Automationen statt kurzfristiger Bastellösungen. Ergebnis: Deine Flows bleiben lesbar, erweiterbar und stabil – auch nach Monaten.
1. Flow-Strukturierung: Architektur schlägt Kreativität
In Node-RED entscheidet Struktur über Erfolg oder Frust. Ein guter Flow ist ein Prozess, kein Sammelbecken.
Bewährte Regeln
- Ein Flow = ein Zweck
- Links starten (Trigger), rechts enden (Aktion)
- Maximal eine Verantwortung pro Tab
- Logische Abschnitte räumlich trennen
👉 Frage dich bei jedem Tab: „Was ist hier der Auftrag?“ Wenn du ihn nicht in einem Satz erklären kannst, ist der Flow zu groß.
2. Naming-Konventionen: Lesen ist wichtiger als Schreiben
Gute Namen sparen Zeit – jedes Mal, wenn jemand den Flow öffnet (auch du selbst).
Für Nodes
- Verben für Aktionen:
Fetch API,Validate Input,Store Result - Substantive für Zustände:
Payload normalized,Auth OK - Keine Abkürzungen, keine Insider
Für Tabs & Subflows
- Zweck + Kontext:
API – Orders,Batch – Daily Reports - Konsistent bleiben (gleiche Wortwahl überall)
👉 Namen sind Dokumentation im Alltag.
3. Subflows richtig nutzen: Wiederverwendung mit Maß
Subflows sind mächtig – und werden oft falsch eingesetzt.
Wann Subflows sinnvoll sind
- Wiederkehrende Muster (Auth, Error-Handling, Normalisierung)
- Technische Bausteine ohne Business-Logik
- Klare Ein-/Ausgänge
Wann nicht
- Einmal-Logik
- Stark variierende Anforderungen
- „Weil es aufgeräumt aussieht“
👉 Regel: Ein Subflow ist ein Bauteil, kein Staubsauger für Chaos.
4. Dokumentation: Erkläre warum, nicht was
Flows zeigen was passiert. Dokumentation erklärt warum.
Was dokumentiert werden sollte
- Ziel des Flows
- Annahmen & Abhängigkeiten
- Grenzfälle & bekannte Risiken
- Gründe für Design-Entscheidungen
Wo dokumentieren?
- Kommentar-Nodes im Flow
- README im Projektmodus
- Kurze Hinweise direkt an kritischen Stellen
👉 Gute Dokumentation verhindert „Refactoring aus Angst“.
5. Versionskontrolle & Backups: Pflicht, kein Extra
Wer produktiv arbeitet, braucht Nachvollziehbarkeit.
Projektmodus (Git)
- Versionierung von Flows
- saubere Ordnerstruktur
- Team-Zusammenarbeit
- Rollbacks ohne Drama
Backups
- regelmäßig
- automatisiert
- getestet (Restore!)
👉 Kein Git, kein Backup = kein professioneller Betrieb.
Typische Anti-Patterns (bitte vermeiden)
- ❌ Ein Tab für alles
- ❌ Lange Function-Nodes als Logik-Müllhalde
- ❌ Global Context als Dauerablage
- ❌ Keine Kommentare „weil selbsterklärend“
- ❌ Änderungen ohne Versionierung
Wenn du dich hier wiedererkennst: jetzt aufräumen, nicht später.
Fazit: Ordnung ist kein Stil – sie ist Strategie
Langfristig erfolgreiche Node-RED-Projekte entstehen nicht durch:
- viele Nodes
- clevere Tricks
- schnelle Lösungen
Sondern durch:
- klare Struktur
- gute Namen
- gezielte Wiederverwendung
- erklärtes Warum
- saubere Versionierung
👉 Dann bleibt Node-RED das, was es sein soll: Ein produktiver Orchestrator – kein Spaghetti-Generator.