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AnythingLLM in der Cloud vs. On-Premise – Datenschutz und Skalierung richtig planen
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Künstliche Intelligenz ist längst nicht mehr nur ein Experimentierfeld für Entwickler – sie ist ein strategischer Baustein moderner IT-Infrastrukturen. Doch wer AnythingLLM als zentrale Plattform für Wissensmanagement, Automatisierung und Chatbots einsetzen möchte, steht vor einer entscheidenden Frage: Cloud oder On-Premise?
Beide Betriebsarten haben klare Vor- und Nachteile – insbesondere in Bezug auf Datenschutz, Skalierbarkeit und Compliance (z. B. DSGVO). Dieser Artikel erklärt, wie du die richtige Architektur für dein Unternehmen planst – technisch, organisatorisch und rechtlich.
AnythingLLM in der Cloud – schnell, flexibel, skalierbar
Die Cloud-Variante von AnythingLLM lässt sich in wenigen Minuten aufsetzen, z. B. über einen VPS oder einen Kubernetes-Cluster. Damit profitierst du von den klassischen Vorteilen der Cloud:
Vorteile
- Schneller Start: Keine lokale Hardware oder komplexe Einrichtung
- Ortsunabhängig: Zugriff von überall – perfekt für verteilte Teams
- Einfache Integration: Verbindung mit externen APIs, Datenbanken oder Modellen (OpenAI, Anthropic, Hugging Face etc.)
- Automatische Skalierung: Ressourcen lassen sich dynamisch anpassen
Nachteile
- Datenschutzrisiko: Daten liegen auf Servern Dritter
- Abhängigkeit: Internetverbindung und Anbieterbindung (z. B. AWS, Google Cloud)
- Laufende Kosten: Gebühren für Speicher, Bandbreite und Compute-Ressourcen
Datenschutz in der Cloud
Wer AnythingLLM in der Cloud betreibt, muss Datenverarbeitung nach DSGVO sorgfältig dokumentieren:
- Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit dem Cloud-Anbieter
- Speicherort der Daten (EU-Regionen bevorzugt)
- Transportverschlüsselung (TLS) und Datenverschlüsselung im Ruhezustand
- Identity & Access Management für Benutzerrechte
Für öffentliche Verwaltungen oder Unternehmen mit sensiblen Daten empfiehlt sich eine Private-Cloud-Lösung auf EU-Servern oder in einer souveränen Umgebung wie OpenStack, Hetzner Cloud oder IONOS Cloud.
AnythingLLM On-Premise – volle Kontrolle, maximale Sicherheit
Die lokale Installation (z. B. mit Docker oder Bare-Metal) ist die bevorzugte Variante für Organisationen, die höchste Anforderungen an Datenschutz, Compliance und Kontrolle stellen.
Vorteile
- 100 % Datenhoheit: Alle Informationen bleiben im eigenen Rechenzentrum
- Integration in bestehende IT-Sicherheitsarchitektur
- Offline-Betrieb möglich: Keine Cloud-Abhängigkeit
- Erweiterbarkeit: Anpassung an interne Systeme (LDAP, Qdrant, Nextcloud, etc.)
Nachteile
- Administrationsaufwand: Betrieb, Updates und Monitoring liegen in eigener Verantwortung
- Investition in Hardware: Speicherplatz, CPU/GPU, Netzwerkbandbreite
- Skalierungsgrenzen: Wachstum ist an lokale Ressourcen gebunden
Netzwerkarchitektur für On-Premise
Ein sicheres On-Premise-Setup folgt typischerweise diesem Aufbau:
[Clients]
↓
[Reverse Proxy (Traefik/Nginx)]
↓
[AnythingLLM Server (Docker)]
↓
[Vector Database (Qdrant/Chroma)]
↓
[Local Models über Ollama oder API]
Empfohlen werden:
- TLS-Zertifikate (Let's Encrypt oder interne CA)
- Isolierte VLANs für Daten- und Anwendungsverkehr
- Monitoring (z. B. Netdata, Prometheus)
- Backups mit verschlüsselter Speicherung
Cloud vs. On-Premise im direkten Vergleich
| Kriterium | Cloud | On-Premise |
|---|---|---|
| Setup-Zeit | Schnell (Minuten) | Mittel (Stunden/Tage) |
| Skalierbarkeit | Hoch, dynamisch | Abhängig von Hardware |
| Datenschutz | Eingeschränkt (AVV nötig) | Vollständig selbst kontrolliert |
| Kostenstruktur | Laufende Gebühren | Einmalige Hardwarekosten |
| Performance | Internetabhängig | Lokal, sehr schnell |
| Wartung | Anbieterabhängig | Eigenverantwortung |
| Offline-Nutzung | ❌ | ✅ |
Hybride Lösung – das Beste aus beiden Welten
Immer mehr Organisationen setzen auf hybride Architekturen:
- Die RAG- und Dokumentenspeicherung erfolgt lokal,
- während die LLM-Berechnungen (z. B. OpenAI oder Anthropic) über Cloud-APIs laufen.
AnythingLLM unterstützt genau dieses Konzept. Damit kannst du sensible Daten intern halten, aber Rechenlast und Modellnutzung auslagern.
Beispiel:
Ein kommunales Rechenzentrum speichert interne Dokumente On-Premise, nutzt aber GPT-4 via API, wenn mehr Kontext oder Rechenleistung nötig ist.
Die Wahl zwischen Cloud und On-Premise hängt nicht nur von Technik, sondern von Strategie und Compliance ab:
- Für Start-ups, Forschung oder kleine Teams ist die Cloud ideal – schnell, flexibel, kosteneffizient.
- Für öffentliche Einrichtungen, Unternehmen oder sicherheitskritische Bereiche ist On-Premise alternativlos – sicher, datenschutzkonform und nachhaltig kontrollierbar.
- Und wer beides will, wählt hybrid – mit AnythingLLM kein Problem.
Denn das Beste an AnythingLLM ist seine Offenheit: Ob Cloud, lokal oder gemischt – du entscheidest, wo deine KI denkt.