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Nützliche NGINX-Befehle und Logs – Starten, Stoppen, Reload, Fehlerdiagnose
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Der Webserver NGINX ist bekannt für seine Stabilität, Geschwindigkeit und Flexibilität. Doch selbst der beste Server läuft nicht ohne gelegentliche Wartung oder Anpassung.
Ob du einen neuen Server startest, Konfigurationen neu lädst oder Fehler in den Logs suchst – die richtigen Befehle sind das A und O. In diesem Artikel lernst du alle wichtigen NGINX-Kommandos für Start, Stop, Reload und Diagnose, ergänzt durch Tipps zur Fehleranalyse mit Log-Dateien.
1. Grundlegende NGINX-Dienste starten und stoppen
NGINX starten
Wenn du NGINX manuell starten möchtest:
sudo systemctl start nginx
Oder auf älteren Systemen ohne systemd:
sudo service nginx start
Nach dem Start ist der Webserver aktiv und beantwortet HTTP/HTTPS-Anfragen. Überprüfen kannst du das mit:
sudo systemctl status nginx
Ein Status von active (running) zeigt, dass alles funktioniert.
NGINX stoppen
Um den Server vollständig zu beenden:
sudo systemctl stop nginx
Alternativ:
sudo nginx -s stop
Dies beendet alle Worker-Prozesse sofort.
Tipp: Verwende nginx -s quit, um NGINX sanft herunterzufahren (z. B. nach Deployments).
NGINX neu starten
Ein Neustart wird benötigt, wenn du umfangreiche Konfigurationsänderungen vorgenommen hast:
sudo systemctl restart nginx
oder
sudo service nginx restart
Dabei wird der Dienst kurzzeitig gestoppt und neu gestartet – aktive Verbindungen können dadurch kurz unterbrochen werden.
2. Konfiguration neu laden (Reload)
Der Reload ist einer der wichtigsten Befehle für Administratoren. Er ermöglicht, Konfigurationsänderungen ohne Downtime zu übernehmen:
sudo systemctl reload nginx
oder gleichwertig:
sudo nginx -s reload
NGINX prüft dabei zuerst, ob die Konfiguration fehlerfrei ist. Wenn alles passt, werden die neuen Einstellungen übernommen, während bestehende Verbindungen aktiv bleiben.
Perfekt für den Live-Betrieb!
3. Konfiguration prüfen
Vor jedem Reload oder Restart solltest du sicherstellen, dass die Konfiguration korrekt ist. Das spart dir viele Kopfschmerzen:
sudo nginx -t
Ein erfolgreicher Test zeigt:
nginx: the configuration file /etc/nginx/nginx.conf syntax is ok
nginx: configuration file test is successful
Wenn ein Fehler angezeigt wird, prüfe die angegebene Datei und Zeilennummer.
4. Aktiven Prozess anzeigen
Um zu sehen, ob NGINX tatsächlich läuft, kannst du den Prozessstatus prüfen:
ps aux | grep nginx
Typischerweise siehst du:
- einen Master-Prozess
- mehrere Worker-Prozesse
Beispielausgabe:
root 1145 0.0 0.1 162372 5136 ? Ss 12:00 0:00 nginx: master process /usr/sbin/nginx
www-data 1146 0.0 0.0 162948 3020 ? S 12:00 0:00 nginx: worker process
5. Log-Dateien – das Herz der Fehlerdiagnose
NGINX erstellt zwei Hauptlogs:
- Access-Log: Aufruf- und Zugriffsdaten
- Error-Log: Fehler, Warnungen und Systemmeldungen
Standardpfade
| Typ | Pfad |
|---|---|
| Access Log | /var/log/nginx/access.log |
| Error Log | /var/log/nginx/error.log |
Access-Log analysieren
Beispiel-Eintrag:
192.168.0.5 - - [02/Nov/2025:12:40:15 +0100] "GET /index.html HTTP/1.1" 200 612 "-" "Mozilla/5.0"
| Feld | Bedeutung |
|---|---|
192.168.0.5 |
IP-Adresse des Besuchers |
GET /index.html |
Angeforderte Ressource |
200 |
HTTP-Statuscode |
612 |
Übertragene Byte-Anzahl |
"Mozilla/5.0" |
User-Agent |
Tipp: Mit Tools wie goaccess, awstats oder matomo-log-import kannst du Zugriffsdaten visuell auswerten.
Error-Log prüfen
Wenn NGINX nicht startet oder eine Seite Fehler wirft, hilft:
sudo tail -f /var/log/nginx/error.log
Das -f sorgt dafür, dass neue Einträge in Echtzeit angezeigt werden.
Typische Fehlermeldungen:
bind() to 0.0.0.0:80 failed→ Port 80 ist bereits belegtpermission denied→ falsche Dateiberechtigungenno such file or directory→ falscher Pfad in der Konfiguration
6. Nützliche Zusatzbefehle
| Befehl | Beschreibung |
|---|---|
nginx -v |
Zeigt NGINX-Version |
nginx -V |
Zeigt Version und Kompilierungsoptionen |
nginx -T |
Gibt gesamte aktive Konfiguration aus |
systemctl enable nginx |
Startet NGINX automatisch beim Booten |
systemctl disable nginx |
Deaktiviert Autostart |
nginx -s reopen |
Öffnet Log-Dateien neu (nützlich bei Rotation) |
7. Beispiel für Logrotation
NGINX-Logs können mit der Zeit sehr groß werden. Nutze daher logrotate (unter Linux meist automatisch eingerichtet). Manuelles Neustarten der Log-Dateien:
sudo nginx -s reopen
Das sorgt dafür, dass NGINX die alten Logs schließt und neue beginnt – perfekt für automatisierte Wartung.
NGINX ist ein leistungsfähiger Webserver – und mit den richtigen Befehlen behältst du jederzeit die Kontrolle. Ob Start, Reload, Diagnose oder Log-Analyse – wer diese Kommandos beherrscht, kann Probleme schnell erkennen und lösen.
Mit einem Blick ins Error-Log findest du in Sekunden die Ursache – und mit nginx -t und nginx -s reload bringst du jede Änderung sauber live.
Ein Werkzeugkasten, den jeder Admin beherrschen sollte.