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Gzip & Brotli-Kompression aktivieren – Bandbreite sparen, Ladezeit verbessern
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- tmueller
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Schnelle Ladezeiten sind heute Pflicht – nicht nur für die Nutzererfahrung, sondern auch für das SEO-Ranking. Eine der einfachsten und effektivsten Methoden, um Websites zu beschleunigen, ist die Datenkompression.
Mit Gzip und Brotli kann dein Webserver (z. B. NGINX) die Dateigröße drastisch reduzieren, bevor sie an den Browser gesendet wird. Das Ergebnis: weniger Datenübertragung, geringere Latenz, kürzere Ladezeiten – und glückliche Besucher.
1. Was machen Gzip und Brotli eigentlich?
Beide Verfahren komprimieren Textdateien (HTML, CSS, JavaScript, JSON usw.), bevor sie vom Server an den Client geschickt werden.
- Gzip: Das bewährte Standardverfahren – kompatibel mit nahezu allen Browsern.
- Brotli: Das neuere Format von Google – bietet bessere Kompressionsraten und ist ebenfalls breit unterstützt.
Nach dem Empfang entpackt der Browser die Daten automatisch – für den Nutzer bleibt alles unsichtbar, nur die Seite lädt schneller.
2. Warum Kompression so wichtig ist
Beispiel: Eine typische HTML-Datei mit 150 KB wird durch Gzip auf etwa 30 KB reduziert – also rund 80 % Ersparnis.
Vorteile:
- Schnellere Ladezeiten
- Geringere Bandbreitennutzung
- Bessere Core Web Vitals
- Kürzere TTFB (Time To First Byte)
- Weniger Serverlast und CO₂-Ausstoß
Gerade bei mobilen Nutzern mit langsamer Verbindung ist der Unterschied deutlich spürbar.
3. Gzip-Kompression in NGINX aktivieren
Gzip ist standardmäßig bei NGINX vorhanden – du musst es nur einschalten.
Öffne die Konfigurationsdatei:
sudo nano /etc/nginx/nginx.conf
Füge im http-Block folgende Zeilen hinzu (oder aktiviere sie, falls auskommentiert):
gzip on;
gzip_comp_level 6;
gzip_vary on;
gzip_proxied any;
gzip_min_length 1024;
gzip_types text/plain text/css application/json application/javascript text/xml application/xml application/xml+rss text/javascript;
gzip_disable "msie6";
Erklärung:
| Parameter | Bedeutung |
|---|---|
gzip on; |
Aktiviert Gzip |
gzip_comp_level 6; |
Kompressionsstufe (1–9, Standard: 6) |
gzip_vary on; |
Setzt Header für Caching-Proxys |
gzip_types |
Welche Dateitypen komprimiert werden |
gzip_min_length |
Mindestgröße in Bytes |
gzip_disable |
Deaktiviert Gzip für alte Browser |
Tipp: Eine Kompressionsstufe zwischen 5 und 7 ist der beste Kompromiss zwischen CPU-Last und Dateigröße.
4. Brotli-Kompression in NGINX aktivieren
Brotli bietet in vielen Fällen noch bessere Kompressionsraten als Gzip – bis zu 25 % kleiner. Um Brotli zu nutzen, brauchst du das ngx_brotli-Modul.
Installation (Debian/Ubuntu):
sudo apt install nginx nginx-module-brotli
Dann aktivierst du Brotli in der Konfiguration (ebenfalls im http-Block):
brotli on;
brotli_comp_level 6;
brotli_static on;
brotli_types text/plain text/css application/javascript application/json image/svg+xml;
Erklärung:
| Parameter | Bedeutung |
|---|---|
brotli on; |
Aktiviert Brotli-Kompression |
brotli_comp_level |
Kompressionsstufe (1–11, empfohlen: 5–7) |
brotli_static on; |
Verwendet vorkomprimierte .br-Dateien, wenn vorhanden |
brotli_types |
Definiert, welche Dateien komprimiert werden sollen |
Hinweis: Viele Browser unterstützen Brotli nur über HTTPS – daher immer mit SSL kombinieren!
5. Kompression testen
Nach dem Neustart des Servers kannst du prüfen, ob Gzip und Brotli funktionieren.
Mit curl:
curl -H "Accept-Encoding: gzip" -I https://meine-seite.de
oder
curl -H "Accept-Encoding: br" -I https://meine-seite.de
In der Antwort solltest du sehen:
Content-Encoding: gzip
oder
Content-Encoding: br
Online-Tests:
6. Gzip und Brotli gemeinsam nutzen
Viele Admins kombinieren beide Verfahren:
- Brotli für moderne Browser
- Gzip als Fallback
NGINX erkennt automatisch, welches Format der Client unterstützt, basierend auf dem Header Accept-Encoding.
Beispielkombination:
gzip on;
brotli on;
brotli_comp_level 6;
gzip_comp_level 6;
7. Performance-Tipp: Kompression + Cache kombinieren
Kombiniere Kompression mit Caching (z. B. expires oder proxy_cache) – dann müssen komprimierte Dateien seltener neu erzeugt werden.
Beispiel:
location ~* \.(js|css|json|svg|html)$ {
expires 30d;
add_header Cache-Control "public, no-transform";
gzip_static on;
brotli_static on;
}
Damit sparst du nicht nur Bandbreite, sondern auch CPU-Leistung.
Mit Gzip und Brotli lässt sich die Ladegeschwindigkeit deiner Website enorm steigern – ganz ohne zusätzlichen Code oder Frameworks. Beide Verfahren sind stabil, standardisiert und einfach in NGINX aktivierbar.
Setze am besten auf eine Kombination aus Brotli (modern) und Gzip (Fallback) – und kombiniere das Ganze mit Caching und HTTP/2 für maximale Effizienz.
Ergebnis: Weniger Daten, schnellere Seiten, zufriedene Nutzer.