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Die wichtigsten ComfyUI-Nodes verstehen – Workflows statt Klicks
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Die wichtigsten Nodes verstehen (ohne Overkill)
Ein Bild ist nur ein Ergebnis – der Graph ist das eigentliche Produkt.
Nach Installation und erstem Start wirkt ComfyUI für viele wie ein leerer Raum mit Kabelsalat-Potenzial. Kein „Generate“-Button. Keine Presets. Keine Magie.
Genau hier beginnt der entscheidende Perspektivwechsel: In ComfyUI baust du keine Bilder, du baust Prozesse.
In diesem Artikel lernst du die zentralen Nodes, die fast jeder Workflow enthält – nicht als Feature-Liste, sondern als Denkmodell.
Das mentale Grundmodell: Was passiert eigentlich?
Bevor wir einzelne Nodes erklären, ein vereinfachtes Bild im Kopf:
- Ein Modell weiß, wie Bilder aussehen könnten
- Ein Prompt beschreibt, was du willst
- Ein Sampler entscheidet, wie das Bild entsteht
- Ein VAE übersetzt zwischen Zahlen und Pixeln
- Am Ende wird gespeichert
Jeder dieser Schritte ist in ComfyUI sichtbar und austauschbar.
1. Checkpoint Loader – das Gehirn deines Workflows
Der Checkpoint Loader lädt das eigentliche KI-Modell.
Was ein Checkpoint ist
Ein Checkpoint ist:
- kein Stil
- kein Preset
- kein Filter
Sondern ein trainiertes neuronales Netz, das weiß:
„So sehen Bilder, Formen, Licht, Gesichter, Stile grundsätzlich aus.“
Warum das wichtig ist
- SD 1.5 ≠ SDXL
- Comic-Modelle ≠ Realismus-Modelle
- Das Modell setzt den Rahmen, nicht das Ergebnis
💡 Denkregel:
Der Prompt fragt – der Checkpoint antwortet.
2. CLIP & Prompt Nodes – Sprache wird Bedeutung
Die CLIP-Text-Nodes übersetzen deinen Text in etwas, das das Modell versteht.
Positiver Prompt
- Was soll im Bild sein
- Stil, Stimmung, Details
Negativer Prompt
- Was vermieden werden soll
- Artefakte, Fehler, Unerwünschtes
Wichtiger Punkt
Der Prompt erzeugt kein Bild. Er erzeugt eine Bedeutungswolke.
💡 Typischer Denkfehler: „Mein Prompt ist gut, warum ist das Bild schlecht?“
Antwort: Der Prompt ist nur ein Einflussfaktor – nicht der Bauplan.
3. KSampler – der eigentliche Motor (verständlich erklärt)
Der KSampler ist der Node, der am meisten Respekt einflößt – völlig zu Unrecht.
Was der Sampler wirklich macht
Er nimmt:
- Rauschen
- dein Modell
- deine Prompts
…und nähert sich schrittweise einem Bild an.
Die wichtigsten Parameter (ohne Mathe)
Steps
- Wie viele „Denk-Schritte“ das Modell macht
- Mehr Steps = mehr Zeit, nicht automatisch bessere Qualität
Faustregel: 20–30 Steps sind oft völlig ausreichend.
CFG (Classifier Free Guidance)
Wie stark das Modell auf den Prompt hört
niedrig → kreativ, freier
hoch → prompt-treu, starrer
Typischer Bereich: 6–8 (SDXL oft niedriger als SD 1.5)
Seed
- Der Startpunkt des Zufalls
Gleicher Seed + gleicher Workflow = gleiches Bild
💡 Das ist der Schlüssel für:
- Reproduzierbarkeit
- Serien
- Animation
Sampler-Typ
- Die „Strategie“, wie sich das Bild entwickelt
- Unterschiedliche Charaktere, keine „richtig/falsch“-Antwort
Wichtig: Sampler ändern den Weg, nicht das Ziel.
4. VAE Encode / Decode – die Übersetzer
VAE steht für Variational Autoencoder.
Encode
- Bild → latenter Raum (Zahlen)
- nötig für Weiterverarbeitung
Decode
- latenter Raum → sichtbares Bild
Warum das wichtig ist
- Das eigentliche Arbeiten passiert nicht im Bild
- Sondern im latenten Raum
💡 Merksatz:
Stable Diffusion malt nicht – es rechnet.
5. Save Image – banal, aber essenziell
Der Save Image Node tut genau das, was er sagt:
- speichert das Ergebnis
Warum er trotzdem wichtig ist:
- mehrere Save-Nodes möglich
- unterschiedliche Outputs
- Vergleich von Varianten
In ComfyUI ist Speichern Teil des Workflows, kein Nebenschritt.
Warum die Reihenfolge entscheidend ist
In klassischen UIs ist die Reihenfolge verborgen. In ComfyUI ist sie der Kern der Logik.
Beispiel:
- Prompt nach dem Sampler ändern? → bringt nichts
- VAE vergessen? → kein Bild
- Checkpoint falsch verbunden? → Chaos
Nodes sind keine Optionen, sie sind Abhängigkeiten.
💡 Goldene Regel: Wenn ein Node keinen Input bekommt, kann er nichts Sinnvolles liefern.
Der didaktische Kniff (noch einmal bewusst)
Ein Bild ist nur ein Ergebnis – der Graph ist das eigentliche Produkt.
Wenn du anfängst:
- Graphen zu speichern
- Varianten zu bauen
- funktionierende Teile wiederzuverwenden
…dann arbeitest du mit ComfyUI – nicht gegen es.
Fazit
Du musst nicht alle Nodes kennen. Du musst die Grundbausteine verstehen:
- Modell → Bedeutung → Prozess → Übersetzung → Ergebnis
Alles Weitere ist Erweiterung, nicht Voraussetzung.