Linux Administration

Incus unter Debian 13 installieren – Schritt für Schritt zur eigenen Container-Plattform

In diesem Teil der Serie installierst du Incus auf Debian 13, richtest Storage und Netzwerk ein und startest deinen ersten Linux-Container – Schritt für Schritt erklärt.

4 min Lesezeit
Grafik: Incus auf Debian 13 installieren – Die komplette Anleitung

Incus lässt sich unter Debian 13 unkompliziert installieren. Da Debian die aktuelle Version bereits über die offiziellen Paketquellen bereitstellt, sind keine externen Repositories oder komplizierten Installationsskripte erforderlich.

Nach der Installation führt ein Assistent durch die Grundkonfiguration. Dabei werden unter anderem der Speicherbereich (Storage Pool) und das Standardnetzwerk eingerichtet.

In diesem Tutorial setzen wir auf eine typische Einzelserver-Installation, die sich ideal für Homelabs, Testumgebungen und produktive Server eignet.


Voraussetzungen

Vor der Installation sollte dein Server einige Voraussetzungen erfüllen.

Betriebssystem

  • Debian 13 (Trixie)
  • 64-Bit-System

Hardware

Empfohlen werden mindestens:

  • 2 CPU-Kerne
  • 4 GB RAM
  • 20 GB freier Speicherplatz

Für virtuelle Maschinen oder mehrere Container sind entsprechend mehr Ressourcen sinnvoll.

Root- oder sudo-Rechte

Für die Installation benötigst du einen Benutzer mit sudo-Berechtigung oder direkten Root-Zugriff.


System aktualisieren

Vor jeder Installation empfiehlt sich ein vollständiges Update.

sudo apt update
sudo apt upgrade -y

Anschließend – insbesondere nach Kernel-Updates – den Server neu starten:

sudo reboot

Incus installieren

Die Installation erfolgt direkt über die offiziellen Debian-Paketquellen.

sudo apt install incus -y

Zusätzlich wird für virtuelle Maschinen QEMU benötigt. Dieses wird in der Regel automatisch installiert. Falls nicht, kann es nachinstalliert werden:

sudo apt install qemu-system-x86 qemu-utils ovmf -y

Benutzer zur Incus-Gruppe hinzufügen

Damit Incus ohne Root-Rechte verwendet werden kann, muss der Benutzer Mitglied der Gruppe incus sein.

sudo usermod -aG incus $USER

Danach ist eine erneute Anmeldung erforderlich.

Alternativ kann auch ein Neustart erfolgen.

Prüfen:

groups

Die Ausgabe sollte unter anderem enthalten:

incus

Installation überprüfen

Nun kann geprüft werden, ob Incus korrekt installiert wurde.

incus version

Beispiel:

Client version: ...
Server version: ...

Ist der Server noch nicht initialisiert, erscheint ein entsprechender Hinweis. Das ist normal.


Die Grundkonfiguration starten

Jetzt folgt der wichtigste Schritt.

sudo incus admin init

Es startet ein interaktiver Assistent.


Storage Pool konfigurieren

Der erste Punkt betrifft den Speicherbereich.

Für die meisten Einzelserver empfiehlt sich ZFS oder das einfache Verzeichnis-Backend (dir).

Option 1 – dir

Vorteile:

  • keine Zusatzsoftware
  • einfach
  • ideal zum Einstieg

Nachteil:

  • keine Snapshots auf Dateisystemebene
  • geringere Performance bei vielen Containern

Option 2 – ZFS (empfohlen)

Vorteile:

  • Snapshots
  • Clones
  • hohe Performance
  • Komprimierung
  • Prüfsummen
  • einfache Backups

Wer ausreichend Speicherplatz besitzt, sollte ZFS bevorzugen.


Netzwerk konfigurieren

Im nächsten Schritt fragt Incus nach dem Standardnetzwerk.

Für die meisten Installationen empfiehlt sich eine Bridge.

Typischerweise:

incusbr0

Diese Bridge übernimmt:

  • DHCP
  • NAT
  • IPv4
  • optional IPv6

Container erhalten automatisch eine IP-Adresse und können sofort auf das Internet zugreifen.


Beispiel einer einfachen Konfiguration

Für einen typischen Heimserver können folgende Optionen gewählt werden:

Einstellung / Empfehlung

Storage / dir oder ZFS

Netzwerk / incusbr0

IPv4 / Auto

IPv6 / Auto oder deaktivieren

Cluster / Nein

Remote Storage / Nein

Diese Konfiguration eignet sich für die meisten Installationen.


Konfiguration überprüfen

Nach Abschluss des Assistenten können die wichtigsten Informationen angezeigt werden.

Storage:

incus storage list

Netzwerke:

incus network list

Profile:

incus profile list

Serverinformationen:

incus info

Images anzeigen

Incus verwendet Images verschiedener Linux-Distributionen.

Alle verfügbaren Images können durchsucht werden.

Ubuntu:

incus image list images: ubuntu

Debian:

incus image list images: debian

Alpine:

incus image list images: alpine

Den ersten Container starten

Jetzt wird der erste Container erstellt.

Debian:

incus launch images:debian/13 mein-erster-container

Ubuntu:

incus launch images:ubuntu/24.04 mein-ubuntu

Der Download erfolgt nur beim ersten Start.


Laufende Container anzeigen

incus list

Beispiel:

+-----------------------+
| NAME | STATE | IPV4 |
+-----------------------+

Eine Shell öffnen

Auf den Container kann direkt zugegriffen werden.

incus exec mein-erster-container -- bash

Alternativ:

incus shell mein-erster-container

Jetzt arbeitet man direkt innerhalb des Containers.


Netzwerk testen

Innerhalb des Containers:

ip a

Internetverbindung prüfen:

ping -c 4 debian.org

Wenn Antworten zurückkommen, funktioniert die Netzwerkkonfiguration.


Container verwalten

Stoppen:

incus stop mein-erster-container

Starten:

incus start mein-erster-container

Neustarten:

incus restart mein-erster-container

Löschen:

incus delete mein-erster-container

Mit --force kann ein laufender Container direkt gelöscht werden:

incus delete mein-erster-container --force


Wichtige Befehle für den Einstieg

incus list

Zeigt alle vorhandenen Container und virtuellen Maschinen an.

incus launch

Erstellt und startet einen neuen Container oder eine neue virtuelle Maschine.

incus exec

Führt einen Befehl innerhalb eines Containers aus.

incus shell

Öffnet eine interaktive Shell im Container.

incus stop

Stoppt einen laufenden Container oder eine virtuelle Maschine.

incus start

Startet einen gestoppten Container oder eine virtuelle Maschine.

incus restart

Startet einen Container oder eine virtuelle Maschine neu.

incus delete

Löscht einen Container oder eine virtuelle Maschine.

incus info

Zeigt ausführliche Informationen über den Incus-Server oder einen Container an.


Häufige Probleme

Der Benutzer darf Incus nicht verwenden

Prüfen:

groups

Fehlt die Gruppe incus, muss der Benutzer erneut hinzugefügt und anschließend neu angemeldet werden.


Keine Internetverbindung im Container

Prüfen:

incus network list

und

ip addr show incusbr0

Kontrolliere außerdem, ob IP-Forwarding und NAT korrekt eingerichtet wurden. Bei der Standardkonfiguration übernimmt Incus diese Einrichtung automatisch.


Image kann nicht heruntergeladen werden

Internetverbindung prüfen:

ping images.linuxcontainers.org

Anschließend:

incus image list images:


Die Installation von Incus unter Debian 13 ist dank der offiziellen Paketquellen schnell erledigt. Nach der Grundkonfiguration stehen sowohl Linux-Container als auch virtuelle Maschinen über eine einheitliche Verwaltungsoberfläche zur Verfügung. Mit wenigen Befehlen lassen sich bereits erste Container starten und verwalten.

Im nächsten Teil der Serie werfen wir einen Blick auf die interne Architektur von Incus. Du lernst die wichtigsten Komponenten wie Images, Profiles, Storage Pools, Netzwerke und Projects kennen und erfährst, wie sie zusammenspielen.