Incus lässt sich unter Debian 13 unkompliziert installieren. Da Debian die aktuelle Version bereits über die offiziellen Paketquellen bereitstellt, sind keine externen Repositories oder komplizierten Installationsskripte erforderlich.
Nach der Installation führt ein Assistent durch die Grundkonfiguration. Dabei werden unter anderem der Speicherbereich (Storage Pool) und das Standardnetzwerk eingerichtet.
In diesem Tutorial setzen wir auf eine typische Einzelserver-Installation, die sich ideal für Homelabs, Testumgebungen und produktive Server eignet.
Voraussetzungen
Vor der Installation sollte dein Server einige Voraussetzungen erfüllen.
Betriebssystem
- Debian 13 (Trixie)
- 64-Bit-System
Hardware
Empfohlen werden mindestens:
- 2 CPU-Kerne
- 4 GB RAM
- 20 GB freier Speicherplatz
Für virtuelle Maschinen oder mehrere Container sind entsprechend mehr Ressourcen sinnvoll.
Root- oder sudo-Rechte
Für die Installation benötigst du einen Benutzer mit sudo-Berechtigung oder direkten Root-Zugriff.
System aktualisieren
Vor jeder Installation empfiehlt sich ein vollständiges Update.
sudo apt update sudo apt upgrade -y
Anschließend – insbesondere nach Kernel-Updates – den Server neu starten:
sudo reboot
Incus installieren
Die Installation erfolgt direkt über die offiziellen Debian-Paketquellen.
sudo apt install incus -y
Zusätzlich wird für virtuelle Maschinen QEMU benötigt. Dieses wird in der Regel automatisch installiert. Falls nicht, kann es nachinstalliert werden:
sudo apt install qemu-system-x86 qemu-utils ovmf -y
Benutzer zur Incus-Gruppe hinzufügen
Damit Incus ohne Root-Rechte verwendet werden kann, muss der Benutzer Mitglied der Gruppe incus sein.
sudo usermod -aG incus $USER
Danach ist eine erneute Anmeldung erforderlich.
Alternativ kann auch ein Neustart erfolgen.
Prüfen:
groups
Die Ausgabe sollte unter anderem enthalten:
incus
Installation überprüfen
Nun kann geprüft werden, ob Incus korrekt installiert wurde.
incus version
Beispiel:
Client version: ... Server version: ...
Ist der Server noch nicht initialisiert, erscheint ein entsprechender Hinweis. Das ist normal.
Die Grundkonfiguration starten
Jetzt folgt der wichtigste Schritt.
sudo incus admin init
Es startet ein interaktiver Assistent.
Storage Pool konfigurieren
Der erste Punkt betrifft den Speicherbereich.
Für die meisten Einzelserver empfiehlt sich ZFS oder das einfache Verzeichnis-Backend (dir).
Option 1 – dir
Vorteile:
- keine Zusatzsoftware
- einfach
- ideal zum Einstieg
Nachteil:
- keine Snapshots auf Dateisystemebene
- geringere Performance bei vielen Containern
Option 2 – ZFS (empfohlen)
Vorteile:
- Snapshots
- Clones
- hohe Performance
- Komprimierung
- Prüfsummen
- einfache Backups
Wer ausreichend Speicherplatz besitzt, sollte ZFS bevorzugen.
Netzwerk konfigurieren
Im nächsten Schritt fragt Incus nach dem Standardnetzwerk.
Für die meisten Installationen empfiehlt sich eine Bridge.
Typischerweise:
incusbr0
Diese Bridge übernimmt:
- DHCP
- NAT
- IPv4
- optional IPv6
Container erhalten automatisch eine IP-Adresse und können sofort auf das Internet zugreifen.
Beispiel einer einfachen Konfiguration
Für einen typischen Heimserver können folgende Optionen gewählt werden:
Einstellung / Empfehlung
Storage / dir oder ZFS
Netzwerk / incusbr0
IPv4 / Auto
IPv6 / Auto oder deaktivieren
Cluster / Nein
Remote Storage / Nein
Diese Konfiguration eignet sich für die meisten Installationen.
Konfiguration überprüfen
Nach Abschluss des Assistenten können die wichtigsten Informationen angezeigt werden.
Storage:
incus storage list
Netzwerke:
incus network list
Profile:
incus profile list
Serverinformationen:
incus info
Images anzeigen
Incus verwendet Images verschiedener Linux-Distributionen.
Alle verfügbaren Images können durchsucht werden.
Ubuntu:
incus image list images: ubuntu
Debian:
incus image list images: debian
Alpine:
incus image list images: alpine
Den ersten Container starten
Jetzt wird der erste Container erstellt.
Debian:
incus launch images:debian/13 mein-erster-container
Ubuntu:
incus launch images:ubuntu/24.04 mein-ubuntu
Der Download erfolgt nur beim ersten Start.
Laufende Container anzeigen
incus list
Beispiel:
+-----------------------+ | NAME | STATE | IPV4 | +-----------------------+
Eine Shell öffnen
Auf den Container kann direkt zugegriffen werden.
incus exec mein-erster-container -- bash
Alternativ:
incus shell mein-erster-container
Jetzt arbeitet man direkt innerhalb des Containers.
Netzwerk testen
Innerhalb des Containers:
ip a
Internetverbindung prüfen:
ping -c 4 debian.org
Wenn Antworten zurückkommen, funktioniert die Netzwerkkonfiguration.
Container verwalten
Stoppen:
incus stop mein-erster-container
Starten:
incus start mein-erster-container
Neustarten:
incus restart mein-erster-container
Löschen:
incus delete mein-erster-container
Mit --force kann ein laufender Container direkt gelöscht werden:
incus delete mein-erster-container --force
Wichtige Befehle für den Einstieg
incus list
Zeigt alle vorhandenen Container und virtuellen Maschinen an.
incus launch
Erstellt und startet einen neuen Container oder eine neue virtuelle Maschine.
incus exec
Führt einen Befehl innerhalb eines Containers aus.
incus shell
Öffnet eine interaktive Shell im Container.
incus stop
Stoppt einen laufenden Container oder eine virtuelle Maschine.
incus start
Startet einen gestoppten Container oder eine virtuelle Maschine.
incus restart
Startet einen Container oder eine virtuelle Maschine neu.
incus delete
Löscht einen Container oder eine virtuelle Maschine.
incus info
Zeigt ausführliche Informationen über den Incus-Server oder einen Container an.
Häufige Probleme
Der Benutzer darf Incus nicht verwenden
Prüfen:
groups
Fehlt die Gruppe incus, muss der Benutzer erneut hinzugefügt und anschließend neu angemeldet werden.
Keine Internetverbindung im Container
Prüfen:
incus network list
und
ip addr show incusbr0
Kontrolliere außerdem, ob IP-Forwarding und NAT korrekt eingerichtet wurden. Bei der Standardkonfiguration übernimmt Incus diese Einrichtung automatisch.
Image kann nicht heruntergeladen werden
Internetverbindung prüfen:
ping images.linuxcontainers.org
Anschließend:
incus image list images:
Die Installation von Incus unter Debian 13 ist dank der offiziellen Paketquellen schnell erledigt. Nach der Grundkonfiguration stehen sowohl Linux-Container als auch virtuelle Maschinen über eine einheitliche Verwaltungsoberfläche zur Verfügung. Mit wenigen Befehlen lassen sich bereits erste Container starten und verwalten.
Im nächsten Teil der Serie werfen wir einen Blick auf die interne Architektur von Incus. Du lernst die wichtigsten Komponenten wie Images, Profiles, Storage Pools, Netzwerke und Projects kennen und erfährst, wie sie zusammenspielen.