Linux Administration

Debian 13: Benutzer anlegen, sudo-Rechte vergeben und Root-Login deaktivieren

Ein frisch installierter Debian-Server sollte nicht dauerhaft mit dem Root-Benutzer betrieben werden. In dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung erfährst du, wie du unter Debian 13 einen neuen Benutzer anlegst, ihm Administratorrechte über sudo zuweist und den direkten Root-Login sicher deaktivierst. So erhöhst du die Sicherheit deines Servers deutlich und schützt ihn besser vor automatisierten Angriffen aus dem Internet. Ideal für Administratoren, Selbsthoster und alle, die ihren Debian-Server professionell absichern möchten.

3 min Lesezeit
Grafik: Debian 13 sicher einrichten: Benutzer, sudo und Root

Nach der Installation eines Debian-Servers sollte einer der ersten Schritte die Absicherung des Systems sein. Dazu gehört insbesondere:

  • Einen normalen Benutzer anlegen
  • Diesem Benutzer Administratorrechte über sudo geben
  • Den direkten Root-Login deaktivieren

Dadurch wird verhindert, dass Angreifer direkt das Root-Konto verwenden können. Stattdessen erfolgen administrative Arbeiten über einen persönlichen Benutzeraccount mit nachvollziehbaren Berechtigungen.

In diesem Artikel zeige ich Schritt für Schritt, wie du unter Debian 13 (Trixie) einen neuen Benutzer anlegst, ihm sudo-Rechte gibst und anschließend den Root-Login absicherst.


Warum den Root-Login deaktivieren?

Der Root-Benutzer besitzt uneingeschränkte Rechte auf dem System.

Das Problem:

  • Der Benutzername „root“ ist bekannt
  • Bots scannen permanent das Internet nach SSH-Zugängen
  • Es muss nur noch das Passwort erraten werden

Wird stattdessen ein normaler Benutzer verwendet:

  • Muss zunächst der Benutzername bekannt sein
  • Root kann nicht direkt per SSH verwendet werden
  • Alle administrativen Befehle werden protokolliert

Schritt 1: Neuen Benutzer anlegen

Einen neuen Benutzer erzeugst du mit:

adduser thorsten

Beispiel:

adduser adminuser

Debian fragt anschließend nach:

New password:
Retype new password:
Full Name:
Room Number:
Work Phone:
Home Phone:
Other:

Die zusätzlichen Angaben können leer gelassen werden.


Schritt 2: Benutzer zur sudo-Gruppe hinzufügen

Damit der Benutzer administrative Aufgaben ausführen kann, wird er Mitglied der Gruppe sudo.

usermod -aG sudo adminuser

Alternativ:

adduser adminuser sudo

Prüfen:

groups adminuser

Ausgabe:

adminuser : adminuser sudo

Schritt 3: Testen der sudo-Rechte

Zum neuen Benutzer wechseln:

su - adminuser

Test:

sudo whoami

Ausgabe:

root

Wenn dies funktioniert, besitzt der Benutzer Administratorrechte.


Schritt 4: SSH-Schlüssel einrichten (empfohlen)

Vor dem Deaktivieren des Root-Logins solltest du sicherstellen, dass der neue Benutzer sich per SSH anmelden kann.

Auf dem Client:

ssh-copy-id adminuser@server-ip

Test:

ssh adminuser@server-ip

Erst wenn die Anmeldung erfolgreich funktioniert, solltest du mit dem nächsten Schritt fortfahren.


Schritt 5: Root-Login per SSH deaktivieren

Die SSH-Konfiguration öffnen:

sudo nano /etc/ssh/sshd_config

Folgende Zeile suchen:

PermitRootLogin yes

Ändern in:

PermitRootLogin no

Falls die Zeile auskommentiert ist:

#PermitRootLogin prohibit-password

ersetzen durch:

PermitRootLogin no

Datei speichern.


Schritt 6: SSH-Dienst neu starten

Konfiguration übernehmen:

sudo systemctl restart ssh

Status prüfen:

sudo systemctl status ssh

Schritt 7: Testen

Wichtig:

Nicht die bestehende SSH-Verbindung schließen!

Öffne stattdessen ein zweites Terminal und teste:

ssh adminuser@server-ip

Anschließend prüfen:

sudo -i

Wenn dies funktioniert, ist die Konfiguration korrekt.

Nun den Root-Login testen:

ssh root@server-ip

Erwartete Ausgabe:

Permission denied

Optional: Passwort-Login komplett deaktivieren

Noch sicherer ist die ausschließliche Verwendung von SSH-Schlüsseln.

Datei bearbeiten:

sudo nano /etc/ssh/sshd_config

Folgende Werte setzen:

PasswordAuthentication no
PubkeyAuthentication yes
PermitRootLogin no

SSH neu starten:

sudo systemctl restart ssh

Ab sofort sind nur noch SSH-Schlüssel zulässig.


Root-Konto zusätzlich sperren

Wer den Root-Benutzer überhaupt nicht mehr nutzen möchte, kann das Passwort sperren:

sudo passwd -l root

Prüfen:

sudo passwd -S root

Beispiel:

root L

Das L steht für „Locked“.

Entsperren:

sudo passwd -u root

Nützliche Befehle

Benutzer anzeigen:

getent passwd

Sudo-Mitglieder anzeigen:

getent group sudo

Benutzer entfernen:

sudo deluser adminuser

Benutzer inklusive Home-Verzeichnis entfernen:

sudo deluser --remove-home adminuser

Zusätzliche Sicherheitsempfehlungen

Für einen produktiven Debian-13-Server empfiehlt sich zusätzlich:

  • SSH-Port ändern (z. B. 2222)
  • UFW-Firewall aktivieren
  • Fail2Ban installieren
  • SSH-Schlüssel statt Passwörter verwenden
  • Regelmäßige Updates einspielen
  • Root-Login deaktivieren
  • Starke Passwörter verwenden
  • Optional einen Honeypot wie Cowrie auf Port 22 betreiben


Die Kombination aus einem eigenen Benutzerkonto, sudo-Rechten und deaktiviertem Root-Login gehört zu den wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen nach einer Debian-13-Installation. Dadurch wird die Angriffsfläche erheblich reduziert und gleichzeitig eine saubere Benutzerverwaltung ermöglicht.

Besonders in Verbindung mit SSH-Schlüsseln, Fail2Ban und einer Firewall entsteht so ein deutlich sichererer Linux-Server, der wesentlich besser gegen automatisierte Angriffe aus dem Internet geschützt ist.