Linux Security

Debian 13: SSH-Port von 22 auf 2222 ändern – Schritt-für-Schritt-Anleitung

Du möchtest deinen Debian-13-Server besser gegen automatisierte SSH-Angriffe schützen? In dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung erfährst du, wie du den Standard-SSH-Port 22 sicher auf Port 2222 umstellst, die Firewall korrekt anpasst und typische Fehler vermeidest.

3 min Lesezeit
Grafik: Debian 13: SSH-Port sicher von 22 auf 2222 umstellen

SSH gehört zu den wichtigsten Diensten auf einem Linux-Server. Standardmäßig lauscht der SSH-Server auf Port 22. Da dieser Port weltweit bekannt ist, wird er permanent von Bots und Angreifern gescannt. Eine häufig empfohlene Maßnahme zur Reduzierung automatisierter Angriffe ist die Verlagerung des SSH-Dienstes auf einen anderen Port, beispielsweise 2222.

In diesem Beitrag zeige ich Schritt für Schritt, wie du unter Debian 13 den SSH-Port sicher von 22 auf 2222 umstellst und dabei vermeidest, dich versehentlich vom Server auszusperren.


Warum den SSH-Port ändern?

Die Änderung des SSH-Ports ist keine echte Sicherheitsmaßnahme im Sinne einer Härtung gegen gezielte Angriffe. Sie reduziert jedoch die Menge automatisierter Login-Versuche erheblich.

Typische Vorteile:

  • Weniger automatisierte Brute-Force-Angriffe
  • Weniger Einträge in den Logdateien
  • Entlastung von Fail2Ban und Intrusion-Detection-Systemen
  • Weniger unnötige SSH-Verbindungen durch Bots

Wichtig:

Das Ändern des Ports ersetzt keine sicheren Passwörter, SSH-Schlüssel oder Fail2Ban.

Voraussetzungen

Für die folgenden Schritte benötigst du:

  • Debian 13 mit installiertem OpenSSH-Server
  • Root-Zugriff oder sudo-Rechte
  • Einen bestehenden SSH-Zugang

Prüfe zunächst, ob der SSH-Server installiert ist:

systemctl status ssh

Die Ausgabe sollte etwa so aussehen:

● ssh.service - OpenBSD Secure Shell server
     Active: active (running)

Schritt 1: Aktuelle SSH-Konfiguration sichern

Vor Änderungen empfiehlt sich immer ein Backup.

cp /etc/ssh/sshd_config /etc/ssh/sshd_config.bak

Damit kannst du die ursprüngliche Konfiguration jederzeit wiederherstellen.


Schritt 2: SSH-Konfiguration bearbeiten

Öffne die Konfigurationsdatei:

nano /etc/ssh/sshd_config

Suche nach der Zeile:

#Port 22

oder

Port 22

Ändere sie zu:

Port 2222

Das Ergebnis sollte beispielsweise so aussehen:

Port 2222
PermitRootLogin prohibit-password
PubkeyAuthentication yes
PasswordAuthentication yes

Speichere die Datei anschließend.


Schritt 3: Konfiguration prüfen

Bevor der SSH-Dienst neu gestartet wird, sollte die Konfiguration geprüft werden.

sshd -t

Wenn keine Ausgabe erscheint, ist die Konfiguration gültig.

Bei Fehlern erhältst du eine Meldung wie:

/etc/ssh/sshd_config line 15: Bad configuration option

In diesem Fall musst du die Datei korrigieren.


Schritt 4: Firewall anpassen

Falls UFW verwendet wird, muss der neue Port freigegeben werden.

Neuen SSH-Port erlauben:

ufw allow 2222/tcp

Überprüfen:

ufw status

Beispiel:

2222/tcp ALLOW Anywhere

Den alten Port solltest du erst entfernen, nachdem der neue erfolgreich getestet wurde.


Schritt 5: SSH-Dienst neu starten

Nun wird die Konfiguration aktiviert:

systemctl restart ssh

Status prüfen:

systemctl status ssh

Schritt 6: Prüfen, ob SSH auf Port 2222 lauscht

Mit dem Befehl:

ss -tulpn | grep ssh

solltest du eine Ausgabe wie diese erhalten:

tcp LISTEN 0 128 0.0.0.0:2222 0.0.0.0:* users:(("sshd",pid=1234))

Alternativ:

netstat -tulpn | grep ssh

Schritt 7: Neue Verbindung testen

Wichtig:

Die bestehende SSH-Sitzung noch nicht schließen!

Öffne stattdessen ein neues Terminal und teste die Verbindung:

ssh -p 2222 benutzer@server-ip

Beispiel:

ssh -p 2222 root@192.168.1.100

Funktioniert die Anmeldung, ist die Umstellung erfolgreich.


Schritt 8: Alten Port 22 schließen

Erst nachdem die Verbindung über Port 2222 funktioniert, sollte Port 22 entfernt werden.

Bei UFW:

ufw delete allow 22/tcp

Danach erneut prüfen:

ufw status

Optional: Root-Login zusätzlich absichern

Für eine höhere Sicherheit empfiehlt sich:

PermitRootLogin no

oder:

PermitRootLogin prohibit-password

Zusätzlich können SSH-Schlüssel verwendet werden:

PubkeyAuthentication yes
PasswordAuthentication no

Dadurch sind Passwortangriffe praktisch wirkungslos.


Optional: Fail2Ban anpassen

Falls Fail2Ban installiert ist, muss normalerweise nichts geändert werden.

Fail2Ban erkennt den neuen SSH-Port automatisch über die SSH-Logs.

Zur Kontrolle:

fail2ban-client status sshd

Optional: UFW-Regeln weiter einschränken

Noch sicherer wird es, wenn SSH nur aus bestimmten Netzen erreichbar ist.

Beispiel:

ufw allow from 192.168.1.0/24 to any port 2222 proto tcp

Oder für eine feste öffentliche IP:

ufw allow from 203.0.113.10 to any port 2222 proto tcp

Dadurch können nur bekannte Standorte auf den SSH-Dienst zugreifen.


Fehlerbehebung

Verbindung nicht möglich

Prüfen:

ss -tulpn | grep 2222

Firewall blockiert Zugriff

Prüfen:

ufw status numbered

SSH startet nicht

Logs ansehen:

journalctl -u ssh -n 50

Konfigurationsfehler finden

sshd -t

Fazit

Die Verlagerung des SSH-Dienstes von Port 22 auf Port 2222 ist unter Debian 13 in wenigen Minuten erledigt und reduziert die Anzahl automatisierter Angriffe deutlich. In Kombination mit SSH-Schlüsseln, Fail2Ban, UFW und deaktivierten Passwortanmeldungen entsteht eine deutlich robustere SSH-Konfiguration.

Die wichtigste Regel dabei lautet:

Erst die neue Verbindung testen, dann den alten Port schließen. So vermeidest du, dich versehentlich vom eigenen Server auszusperren.