Self-Hosted Bildverwaltung

Immich Tipps, Tricks und versteckte Funktionen – Das Maximum herausholen

Tastenkürzel, Smart Search, Filter, Karten, Tags, Metadaten, Gesichtserkennung und CLI: Mit diesen Tipps holen Sie deutlich mehr aus Immich heraus.

14 min Lesezeit
Grafik: Immich Tipps und Tricks: Mehr aus Immich herausholen

Suche, Tastenkürzel, Metadaten, Gesichter, Performance und Profi-Workflows

Nach 14 Teilen unserer Immich-Serie kennen wir Installation, Architektur, KI, Apps, NAS-Anbindung, Backup, Performance, Sicherheit und typische Einsatzszenarien.

Doch im täglichen Einsatz entdeckt man irgendwann Funktionen, die auf den ersten Blick kaum auffallen.

Immich kann nämlich deutlich mehr als:

Fotos hochladen
↓
Timeline ansehen
↓
Album erstellen

Gerade bei großen Bibliotheken machen kleine Funktionen einen erheblichen Unterschied.

Dazu gehören:

  • Tastenkürzel
  • erweiterte Suchfilter
  • Smart Search
  • Kartenansicht
  • Metadaten
  • Tags
  • Bewertungen
  • Stapelaktionen
  • Favoriten
  • Gesichtszusammenführung
  • Ordneransicht
  • Duplikaterkennung
  • CLI-Automatisierung

In diesem letzten regulären Teil unserer Serie schauen wir deshalb auf Funktionen und Workflows, mit denen sich aus einer einfachen Immich-Installation eine ausgesprochen leistungsfähige Fotoverwaltung machen lässt.


Tipp 1: Tastenkürzel nutzen

Wer hunderte oder tausende Fotos sortiert, möchte nicht für jede Aktion zur Maus greifen.

Die Weboberfläche von Immich unterstützt verschiedene Tastenkürzel.

Ein besonders hilfreicher Trick:

?

öffnet in der Timeline eine Übersicht der verfügbaren Tastenkürzel.

Damit lässt sich direkt kontrollieren, welche Shortcuts die aktuell eingesetzte Immich-Version unterstützt.


Navigation ohne Maus

Bei der Einzelansicht eines Bildes lassen sich Aufnahmen mit den Pfeiltasten durchblättern.

Typisch:

←
vorheriges Bild

→
nächstes Bild

Esc
Ansicht verlassen

Gerade bei der Sichtung größerer Serien spart das enorm viel Zeit.


Favoriten per Tastatur

Ein besonders praktischer Shortcut ist:

F

Damit lässt sich der Favoritenstatus eines geöffneten Assets umschalten.

Aus:

IMG_1234.JPG

wird damit innerhalb einer Sekunde:

★ Favorit

Das eignet sich hervorragend für eine erste Auswahl nach Urlauben oder Fotoshootings.


Bilder schneller zu Alben hinzufügen

In der Einzelansicht kann:

L

den Dialog zum Hinzufügen zu einem Album öffnen.

Dieser Shortcut wurde bereits gezielt für schnellere Album-Workflows ergänzt.

Damit ergibt sich beispielsweise:

Bild ansehen
↓
L
↓
Album auswählen
↓
nächstes Bild

Bei mehreren hundert Aufnahmen ist das wesentlich angenehmer als permanentes Arbeiten mit Menüs.


Bildeditor mit Tastatur steuern

Auch der integrierte Editor besitzt inzwischen Shortcuts.

Beispielsweise:

E

öffnet den Editor.

Dort können:

[

und:

]

zum Drehen des Bildes genutzt werden.

Mit:

Enter

lassen sich Änderungen speichern und der Editor schließen.

Immich arbeitet bei solchen Bearbeitungen nicht-destruktiv: Das Original bleibt erhalten, während eine bearbeitete Version bereitgestellt wird. Aktuell unterstützt der Editor unter anderem Zuschneiden, Drehen und Spiegeln.


Tipp 2: Smart Search wirklich ausnutzen

Eine der stärksten Immich-Funktionen ist die kontextbezogene Suche.

Immich verwendet dafür Machine-Learning-Modelle wie CLIP und speichert entsprechende Vektoren über PostgreSQL beziehungsweise VectorChord.

Dadurch muss man nicht wissen:

Wie hieß die Datei?

Stattdessen kann man beschreiben:

Was war auf dem Foto?

Beispiele für Smart Search

Statt:

IMG_8742.JPG

können Suchbegriffe wie:

Hund am Strand

oder:

rotes Auto im Schnee

verwendet werden.

Weitere interessante Beispiele:

Sonnenuntergang am Meer

Berge im Winter

Geburtstagstorte

Laptop auf Schreibtisch

Kirche bei Nacht

Katze auf Sofa

Je nach verwendetem Machine-Learning-Modell unterscheiden sich Trefferqualität, Speicherbedarf und Geschwindigkeit.


Tipp 3: Erweiterte Suche statt endloser Timeline

Bei großen Bibliotheken sollte nicht jede Suche über Smart Search erfolgen.

Immich besitzt sehr umfangreiche Filter.

Aktuell kann unter anderem gesucht beziehungsweise gefiltert werden nach:

  • Personen
  • Bildinhalt
  • Dateiname
  • Dateiendung
  • vollständigem Pfad
  • Ordnernamen
  • Beschreibung
  • OCR-Inhalten
  • Orten
  • Tags
  • Kamerahersteller
  • Kameramodell
  • Objektiv
  • Zeitraum
  • Medientyp
  • Archivstatus
  • Favoriten
  • Albumzugehörigkeit
  • Sternebewertung

Das macht die Suche wesentlich mächtiger als eine einfache Texteingabe.


Kamera als Filter verwenden

Wer verschiedene Kameras besitzt, kann gezielt nach einem bestimmten Modell suchen.

Beispielsweise:

Canon EOS R6

oder:

iPhone

So lassen sich beispielsweise alle DSLR-Aufnahmen von Smartphone-Fotos trennen.


Nach Objektiv suchen

Für Fotografen besonders interessant:

Immich kann auch Informationen über verwendete Objektive berücksichtigen.

Damit lässt sich beispielsweise untersuchen:

Welche Fotos wurden mit meinem 50-mm-Objektiv aufgenommen?

Für große Fotografenarchive ist das ausgesprochen hilfreich.


Nach Dateityp filtern

Gesucht werden kann beispielsweise nach:

.jpg

.heic

.raw

.mov

.mp4

Das erleichtert unter anderem das Auffinden großer Videobestände oder bestimmter Kameraformate.


Tipp 4: OCR verwenden

Immich kann auch erkannten Text in Bildern in die Suche einbeziehen. OCR gehört inzwischen zu den durchsuchbaren Inhalten.

Damit können beispielsweise Fotos von:

  • Schildern
  • Dokumenten
  • Screenshots
  • Plakaten
  • Präsentationen

gefunden werden.

Statt den Dateinamen zu kennen, reicht möglicherweise ein Wort, das irgendwo im Bild auftaucht.


Tipp 5: Nach Originalordnern suchen

Besonders praktisch bei übernommenen Archiven ist die Pfadsuche.

Angenommen, eine externe Bibliothek besitzt:

/Fotos/Urlaub/Italien/2024/IMG_0001.JPG

Dann können auch Bestandteile des ursprünglichen Pfades durchsucht werden.

Beispielsweise:

Italien

oder:

2024

Die erweiterte Suche unterstützt ausdrücklich vollständige beziehungsweise teilweise Pfad- und Ordnernamen.

Damit muss die alte Ordnerstruktur nicht vollständig aufgegeben werden.


Tipp 6: Die Ordneransicht aktivieren

Immich ist normalerweise stark auf die Timeline ausgerichtet.

Wer eine sehr sauber gepflegte Verzeichnisstruktur besitzt, möchte diese aber möglicherweise weiterhin sehen.

Dafür gibt es:

Folder View

Die Funktion lässt sich unter:

Account Settings
→ Features
→ Folders

aktivieren.

Anschließend können Medien ähnlich wie in einem Datei-Explorer nach Ordnern durchsucht werden.


Besonders sinnvoll bei externen Bibliotheken

Eine vorhandene Struktur wie:

Fotos
├── Familie
├── Reisen
├── Natur
├── Architektur
└── Veranstaltungen

bleibt damit sichtbar.

Gerade für sorgfältig gepflegte NAS-Archive ist die Folder View deshalb eine sehr nützliche Ergänzung zur Timeline.


Tipp 7: Kartenansicht nutzen

Fotos mit GPS-Koordinaten können über geografische Informationen organisiert werden.

Immich verwendet dafür lokales Reverse Geocoding mit Daten aus der GeoNames-Datenbank.

Aus Koordinaten wie:

51.xxxxxx
7.xxxxxx

können dadurch beispielsweise:

Stadt
Bundesland
Land

abgeleitet werden.


Reisebilder wiederfinden

Damit eignet sich Immich hervorragend für Fragen wie:

Welche Fotos habe ich in Italien gemacht?

oder:

Welche Bilder stammen aus Berlin?

Geo-Informationen werden außerdem in der Suche berücksichtigt.


GPS-Metadaten bewusst behandeln

Standortdaten sind allerdings sensibel.

Sie können beispielsweise verraten:

  • Wohnort
  • Arbeitsort
  • Schule
  • Urlaubsort
  • Bewegungsmuster

Gerade bei öffentlichen Freigaben sollte daher immer geprüft werden, welche Metadaten weitergegeben werden sollen.


Tipp 8: Metadaten konsequent pflegen

Gute Metadaten machen eine Fotobibliothek langfristig wesentlich wertvoller.

Immich kann unter anderem mit:

Beschreibung
Bewertung
Tags
EXIF
GPS
Aufnahmedatum

arbeiten.

Das ist insbesondere bei großen Archiven entscheidend.


Beschreibungen ergänzen

Statt nur:

IMG_4832.JPG

kann ein Foto eine Beschreibung erhalten wie:

Sonnenuntergang am Gardasee während des Sommerurlaubs

Diese Beschreibung wird anschließend ebenfalls durchsuchbar.


Sternebewertungen einsetzen

Immich unterstützt Sternebewertungen.

Damit kann beispielsweise ein Fotograf unterscheiden:

★
technisch vorhanden

★★
brauchbar

★★★
gut

★★★★
sehr gut

★★★★★
Portfolio

Die Bewertungen können wiederum als Suchfilter verwendet werden.


Tipp 9: Tags aktivieren

Eine besonders interessante Funktion sind hierarchische Tags.

Sie können unter:

Account Settings
→ Features
→ Tags

aktiviert werden.

Anschließend könnten beispielsweise folgende Strukturen entstehen:

Reisen
├── Deutschland
│   ├── Berlin
│   └── Hamburg
└── Italien
    ├── Rom
    └── Gardasee

Damit werden auch sehr große Archive gut strukturierbar.


Bestehende Keywords übernehmen

Immich kann vorhandene Tags aus:

XMP TagsList

und:

IPTC Keywords

einlesen.

Wer also bereits jahrelang mit Lightroom, Darktable oder digiKam gearbeitet hat, muss seine Verschlagwortung nicht unbedingt neu beginnen.


XMP-Sidecars nutzen

Immich unterstützt außerdem XMP-Sidecar-Dateien.

Das ist für Fotografen besonders interessant.

Programme wie:

  • Lightroom
  • Darktable
  • digiKam

können Metadaten in .xmp-Dateien speichern.

Immich kann daraus unter anderem:

  • Beschreibung
  • Datum
  • Bewertung
  • Tags

einlesen und bestimmte Änderungen wieder in Sidecars schreiben.


Vorsicht bei Read-Only-Bibliotheken

Hier existiert allerdings eine wichtige Besonderheit.

Ist eine externe Bibliothek mit:

:ro

eingebunden, kann Immich keine XMP-Dateien zurückschreiben.

Die aktuelle Dokumentation weist sogar darauf hin, dass entsprechende Metadatenänderungen bei Read-Only-Mounts problematisch sein können.

Wer Metadaten dauerhaft außerhalb der Immich-Datenbank erhalten möchte, sollte deshalb seine Storage-Strategie vorher planen.


Tipp 10: Stapelbearbeitung verwenden

Viele Aktionen können auf mehrere ausgewählte Medien gleichzeitig angewendet werden.

Typischer Workflow:

mehrere Bilder auswählen
        │
        ├── Favorisieren
        ├── Archivieren
        ├── Album zuweisen
        ├── herunterladen
        └── löschen

Das ist wesentlich effizienter als jedes Bild einzeln zu bearbeiten.

Besonders nach einem großen Import sollte man deshalb zunächst sinnvoll gruppieren und anschließend Stapelaktionen verwenden.


Shift-Auswahl nutzen

Bei zusammenhängenden Fotobereichen lässt sich die Mehrfachauswahl besonders effizient einsetzen.

Beispielsweise:

erstes Bild
↓
Shift
↓
letztes Bild

und anschließend eine gemeinsame Aktion.

Gerade bei Serienaufnahmen spart das erheblich Zeit.


Tipp 11: Favoriten als schnelle Vorauswahl

Favoriten wirken zunächst unspektakulär.

Tatsächlich sind sie aber hervorragend für einen mehrstufigen Foto-Workflow geeignet.

Beispiel:

1. Urlaub importieren

2. alle Bilder sichten

3. gute Fotos favorisieren

4. nur Favoriten anzeigen

5. daraus Album erstellen

Der Vorteil:

Es muss nicht während der ersten Sichtung sofort entschieden werden, in welches Album ein Foto gehört.


Favoriten und Suche kombinieren

Die erweiterte Suche kann gezielt nur Favoriten anzeigen.

Damit lassen sich beispielsweise:

Favoriten
+
2026
+
Italien

kombinieren.

Bei großen Archiven wird diese Kombination ausgesprochen mächtig.


Tipp 12: Archiv statt Löschen

Nicht jedes störende Bild muss gelöscht werden.

Immich bietet:

Archive

Archivierte Medien verschwinden aus der normalen Timeline, bleiben aber vorhanden und weiterhin über die Suche erreichbar.

Das ist beispielsweise ideal für:

  • Screenshots
  • Dokumentationsbilder
  • technische Fotos
  • unwichtige Serienbilder

die erhalten bleiben sollen, aber nicht ständig in der Timeline auftauchen sollen.


Tipp 13: Gesichter sauber zusammenführen

Gesichtserkennung ist nie perfekt.

Dieselbe Person kann beispielsweise mehrfach erkannt werden:

Person A
Person A
Person A

Gründe können sein:

  • stark unterschiedliches Alter
  • Brille
  • Bart
  • Profilaufnahme
  • schlechte Beleuchtung

Immich ermöglicht deshalb das Zusammenführen mehrerer erkannter Personen.


Personen zusammenführen

Ein sinnvoller Pflegeworkflow:

Explore
↓
People
↓
Person prüfen
↓
Merge

Damit können doppelte Personengruppen zu einer einzigen Person zusammengeführt werden.


Personen benennen

Nach erfolgreicher Gesichtserkennung sollten wichtige Personen Namen erhalten.

Damit werden später Suchkombinationen möglich wie:

Person
+
Ort
+
Zeitraum

Beispielsweise:

Anna
Italien
2025

Die erweiterte Suche unterstützt eine oder mehrere erkannte Personen als Filter.


Lieblingspersonen markieren

Auch Personen können als Favorit markiert werden.

Dadurch erscheinen wichtige Personen weiter oben in der Personenansicht.

Bei hunderten erkannten Personen macht das einen großen Unterschied.


Gesichter ausblenden

Nicht jede automatisch erkannte Person ist relevant.

Immich kann Personen deshalb ausblenden.

Das ist beispielsweise sinnvoll für:

  • zufällige Passanten
  • Menschen im Hintergrund
  • sehr selten auftauchende Personen

Damit bleibt die Personenübersicht übersichtlich.


Tipp 14: Duplikate aufräumen

In großen Sammlungen entstehen fast zwangsläufig Duplikate.

Typische Ursachen:

alter PC
+
NAS
+
Google Takeout
+
Smartphone
+
USB-Festplatte

Immich besitzt eine Duplikatfunktion, mit der ähnliche beziehungsweise doppelte Assets geprüft werden können.

Besonders hilfreich: Wird genau ein Asset behalten und mindestens ein anderes aus der Duplikatgruppe verworfen, kann Immich verschiedene Metadaten auf das behaltene Asset übernehmen. Dazu gehören unter anderem Albumzugehörigkeiten, Favoritenstatus, Bewertung, Beschreibung, Sichtbarkeit, Position und Tags.

Damit geht beim Aufräumen deutlich weniger organisatorische Arbeit verloren.


Tipp 15: Große Imports zunächst testen

Wer:

500.000 Dateien

importieren möchte, sollte nicht sofort das gesamte Archiv auf Immich loslassen.

Besser:

1.000 Fotos
↓
testen
↓
Metadaten prüfen
↓
Gesichter prüfen
↓
Smart Search prüfen
↓
Speicherverbrauch prüfen

und erst danach den vollständigen Bestand importieren.

Damit lassen sich Fehlkonfigurationen erkennen, bevor hunderttausende Hintergrundjobs erzeugt wurden.


Tipp 16: Job-Queues im Auge behalten

Nach großen Imports entstehen zahlreiche Jobs.

Immich erzeugt für ein einzelnes Asset mehrere Thumbnail-Aufgaben, darunter beispielsweise Thumbhash, WebP-Preview und JPEG-Thumbnail; zusätzliche Person-Thumbnails können hinzukommen.

Hinzu kommen möglicherweise:

Metadata Extraction
Smart Search
Face Detection
Facial Recognition
Video Transcoding

Deshalb sollte nach einem großen Import die Job-Seite beobachtet werden.


Tipp 17: Concurrency nicht unnötig hochsetzen

Ein häufiger Fehler ist:

Mein Server hat acht Kerne, also stelle ich alle Jobs auf acht.

Das führt nicht zwingend zu mehr Performance.

Immich warnt ausdrücklich davor, Hintergrundjobs zu stark zu parallelisieren. Insbesondere Smart Search, Gesichtserkennung und Video-Transcoding benötigen erhebliche Rechenleistung.

Für Thumbnail-Jobs sollte die Concurrency insbesondere nicht einfach über die Zahl verfügbarer CPU-Kerne hinaus erhöht werden.


Weniger kann schneller sein

Angenommen:

CPU      100 %
RAM       95 %
Disk I/O 100 %

Dann bringt:

Concurrency erhöhen

keine Verbesserung.

Besser:

Concurrency reduzieren

Damit bleibt auch die Weboberfläche reaktionsfähig.


Tipp 18: Schwache Hardware entlasten

Auf leistungsschwachen Systemen kann die Hintergrundverarbeitung reduziert werden.

Immich empfiehlt beispielsweise:

Job Concurrency = 1

für besonders rechenintensive Jobs.

Beim Video-Transcoding können:

1–2 Threads

sinnvoll sein.

Für Gesichtserkennung kann außerdem das kleinere:

buffalo_s

anstelle des größeren Modells verwendet werden.


Tipp 19: Machine Learning auslagern

Wer einen kleinen Immich-Server, aber einen leistungsfähigen zweiten Rechner besitzt, kann Machine Learning separat betreiben.

Beispielsweise:

Mini-PC
│
└── Immich
      │
      │ LAN
      ▼
GPU-Rechner
└── Machine Learning

Gerade auf Raspberry Pi oder schwachen CPUs kann das einen deutlichen Unterschied machen. Immich nennt Remote Machine Learning ausdrücklich als Möglichkeit, schwächere Hosts zu entlasten.


Tipp 20: Alte Machine-Learning-Modelle aufräumen

Wer verschiedene CLIP- oder Gesichtserkennungsmodelle ausprobiert, kann irgendwann feststellen:

immich_model-cache

ist überraschend groß.

Nicht mehr verwendete Modelle können dort weiterhin Speicherplatz belegen.

Die Immich-FAQ beschreibt deshalb auch das manuelle Entfernen nicht mehr benötigter Modelle aus dem Model-Cache.

Vor solchen Eingriffen sollte natürlich ein aktuelles Backup vorhanden sein.


Tipp 21: Die Immich-CLI verwenden

Viele Anwender nutzen Immich ausschließlich über Browser und Smartphone.

Dabei existiert eine offizielle Kommandozeilenschnittstelle:

immich

Die CLI kann aktuell unter anderem:

  • Serverinformationen abrufen
  • einzelne Dateien hochladen
  • Verzeichnisse rekursiv hochladen
  • Alben anhand von Ordnernamen erzeugen
  • Dateien gezielt ignorieren
  • Upload-Concurrency festlegen
  • Dry Runs durchführen
  • Änderungen überwachen und neue Dateien hochladen

CLI installieren

Mit Node.js und npm:

npm i -g @immich/cli

Anschließend kann die Verbindung hergestellt werden.

Die Authentifizierung erfolgt über einen API-Key.


Erst einen Dry Run machen

Bei großen Imports besonders nützlich:

immich upload --dry-run --recursive /pfad/zur/bibliothek

Damit sieht man zunächst, was passieren würde, ohne tatsächlich Dateien hochzuladen.

Das ist eine der Funktionen, die ich bei großen Migrationen unbedingt verwenden würde.


Ordner automatisch in Alben verwandeln

Ein besonders interessantes CLI-Feature:

immich upload --album --recursive /pfad/zur/bibliothek

Dadurch können auf Basis der Ordnernamen automatisch Alben erstellt werden.

Aus:

Urlaub
├── Italien
├── Österreich
└── Frankreich

können damit entsprechende Albumstrukturen für die importierten Assets entstehen.


Upload in bestimmtes Album

Alternativ:

immich upload \
  --album-name "Sommerurlaub 2026" \
  --recursive /fotos/urlaub2026/

Damit landen alle hochgeladenen Medien in einem festgelegten Album.


Dateien gezielt ausschließen

Beispielsweise RAW-Dateien:

immich upload \
  --ignore '**/Raw/**' \
  --recursive /fotos/

Auch diese Funktion wird von der aktuellen CLI unterstützt.

Das ist für gemischte Fotografenarchive ausgesprochen nützlich.


Häufige Fehler vermeiden

Zum Abschluss einige Fehler, die in realen Installationen immer wieder auftreten können.

Fehler 1: Datenbank auf langsames NAS legen

Besser:

PostgreSQL
→ lokale SSD/NVMe

und:

Originalmedien
→ NAS/HDD

Fehler 2: Immich direkt ungeschützt veröffentlichen

Besser:

Internet
↓
HTTPS
↓
Reverse Proxy
↓
Immich

oder ausschließlich VPN-Zugriff.


Fehler 3: Kein Backup der Datenbank

Nur Fotos zu sichern reicht nicht.

Immich benötigt für eine vollständige Wiederherstellung:

Originalmedien
+
PostgreSQL
+
Konfiguration

Fehler 4: Snapshots mit Backup verwechseln

Ein Proxmox-, ZFS- oder NAS-Snapshot ist ausgesprochen hilfreich.

Aber:

Snapshot
≠
Offsite-Backup

Fehler 5: Zu viele Machine-Learning-Jobs

Mehr Parallelität kann das System langsamer machen.

Immich weist darauf hin, dass auf normalen Systemen bereits zwei oder drei parallele ML-Jobs die CPU weitgehend auslasten können.


Fehler 6: Externe Bibliotheken falsch mounten

Immich muss innerhalb des Containers den richtigen Pfad sehen.

Nicht:

Host-Pfad

in Immich konfigurieren, sondern den:

Container-Pfad

Fehler 7: Read-Only missverstehen

Eine Read-Only-Bibliothek verhindert Änderungen am Originalbestand durch Immich.

Sie ist aber:

kein Backup

und schränkt unter anderem das Zurückschreiben bestimmter XMP-Metadaten ein.


Fehler 8: Alles sofort mit KI verarbeiten

Bei sehr großen Archiven kann es sinnvoll sein, zunächst:

Import
+
Metadaten
+
Thumbnails

abzuarbeiten und rechenintensive Funktionen anschließend gezielt zu starten.

So bleibt der Server während der Migration besser kontrollierbar.


Bonus: Unsere Immich-Serie ist noch nicht zu Ende

Mit Teil 15 endet die reguläre Grundlagenserie.

Aber Immich bietet genügend Stoff für zahlreiche technische Spezialartikel.

Deshalb können wir die Reihe mit folgenden Bonusartikeln fortsetzen.


Bonus 1 – Immich hinter Apache Reverse Proxy betreiben

Inhalte:

VirtualHost
ProxyPass
ProxyPassReverse
WebSockets
HTTPS
Let's Encrypt
Upload-Limits
Timeouts
Security Header

Ideal für bestehende Apache-Infrastrukturen.


Bonus 2 – Immich hinter Nginx Proxy Manager

Inhalte:

Proxy Host
SSL
Let's Encrypt
WebSockets
Upload-Größe
Timeouts
Advanced Configuration

Besonders interessant für Homelabs.


Bonus 3 – Immich mit Traefik

Inhalte:

Docker Labels
Router
Service
Middleware
TLS
Let's Encrypt
WebSockets

Perfekt für vollständig Docker-basierte Umgebungen.


Bonus 4 – Immich auf Proxmox installieren

Inhalte:

VM anlegen
Debian installieren
Docker
Storage
NAS
Backup
Snapshots
GPU Passthrough

Damit lässt sich Immich sauber in ein vorhandenes Homelab integrieren.


Bonus 5 – Immich in einer LXC unter Incus

Ein eigener Artikel sollte zeigen:

Incus
↓
LXC-Systemcontainer
↓
Docker
↓
Immich

Dabei wären besonders wichtig:

  • Verschachtelung
  • Storage
  • Netzwerk
  • UID/GID
  • GPU-Zugriff
  • Sicherheit

Bonus 6 – NVIDIA-GPU-Beschleunigung

Dieser Artikel könnte vollständig auf:

NVIDIA Treiber
NVIDIA Container Toolkit
CUDA
Docker Compose
Immich Machine Learning
NVENC

eingehen.

Immich unterstützt CUDA für hardwarebeschleunigtes Machine Learning.


Bonus 7 – Immich auf Raspberry Pi

Interessante Themen:

ARM64
Docker
USB-SSD
Machine Learning
Performance
Remote ML

Allerdings sollte klar kommuniziert werden:

Machine Learning und Transcoding können auf einem Raspberry Pi erheblich Ressourcen benötigen. Immich empfiehlt gegebenenfalls, ML auszulagern oder zu deaktivieren.


Bonus 8 – Immich und TrueNAS

Möglicher Aufbau:

TrueNAS
│
├── Fotos
├── ZFS
├── Snapshots
└── Immich

Interessant wären:

  • Storage-Layout
  • SSD für Datenbank
  • HDD-Pool für Originale
  • Snapshots
  • Backups
  • externe Bibliotheken

Bonus 9 – Immich und Synology NAS

Mögliche Themen:

Synology
Docker / Container Manager
Shared Folder
SMB
NFS
Read-Only Library
Backup

Gerade für bestehende Synology-Fotoarchive wäre dies ein sehr praxisnaher Artikel.


Bonus 10 – Migration von Google Fotos zu Immich

Besonders gefragt dürfte dieser Artikel sein.

Themen:

Google Takeout
JSON-Metadaten
Dateistruktur
Duplikate
Aufnahmedaten
Alben
immich-go

Die Immich-Dokumentation verweist für Google-Photos-Takeout aktuell ausdrücklich auf das Community-Werkzeug immich-go.


Bonus 11 – Migration von PhotoPrism zu Immich

Hier könnten wir behandeln:

Originalordner
Metadaten
XMP
Tags
Alben
Gesichter
Import
externe Bibliothek

Gerade XMP-Sidecars können dabei helfen, vorhandene Metadaten zu erhalten.


Bonus 12 – Immich mit LDAP oder OpenID Connect

Hier ist eine wichtige technische Unterscheidung nötig:

Immich unterstützt OpenID Connect direkt. Unterstützte Identity Provider sind beispielsweise:

  • Authentik
  • Authelia
  • Keycloak
  • Okta
  • Google

Ein klassisches LDAP-Verzeichnis wird daher sinnvollerweise beispielsweise über:

LDAP
  │
  ▼
Authentik / Authelia / Keycloak
  │
  ▼
OIDC
  │
  ▼
Immich

angebunden.

Genau dieser Aufbau wäre ein hervorragender eigener Praxisartikel.


Bonus 13 – Immich mit S3-kompatiblem Objektspeicher

Bei diesem geplanten Artikel ist ein wichtiger Hinweis erforderlich:

Immich besitzt im September 2026 noch keinen allgemein verfügbaren nativen S3-Backend-Support für den primären Medienspeicher.

Das Immich-Team arbeitet langfristig an einer Storage-Abstraktion, nennt für native Object-Storage-Unterstützung aber noch erhebliche notwendige Architekturarbeiten.

Der Bonusartikel sollte deshalb nicht einfach eine vermeintliche native S3-Konfiguration zeigen.

Spannender wäre:

Was funktioniert heute?
Was funktioniert nicht?
Welche Workarounds existieren?
Warum sind s3fs/rclone-Mounts problematisch?
Was plant Immich langfristig?
S3 als Backup-Ziel statt Primärspeicher

Damit wäre der Artikel fachlich wesentlich wertvoller.


Bonus 14 – Die Immich-CLI im Praxiseinsatz

Die CLI verdient einen vollständigen eigenen Artikel.

Mögliche Inhalte:

Installation
API-Key
Login
rekursive Uploads
Dry Run
Alben
Excludes
Concurrency
Docker CLI
Watch Mode
Automatisierung
Shell-Skripte

Aktuell unterstützt die CLI unter anderem rekursive Uploads, Album-Erzeugung, Dry Runs, Ignore-Patterns, Concurrency-Steuerung und einen Watch-Modus.

Damit können wir aus Immich eine hervorragend automatisierbare Foto-Importplattform machen.


Aus 15 Teilen wird damit eine große Immich-Reihe

Unsere reguläre Serie besteht nun aus:

Teil 1
Was ist Immich?

Teil 2
Installation unter Debian 13

Teil 3
Architektur

Teil 4
Weboberfläche

Teil 5
Fotos und Videos importieren

Teil 6
KI-Funktionen

Teil 7
Benutzer und Freigaben

Teil 8
Android und iOS

Teil 9
NAS und externe Bibliotheken

Teil 10
Backup und Wiederherstellung

Teil 11
Performance

Teil 12
Sicherheit und Datenschutz

Teil 13
Immich in der Praxis

Teil 14
Vergleich mit anderen Plattformen

Teil 15
Tipps, Tricks und versteckte Funktionen

Dazu kommen zahlreiche Bonusartikel für fortgeschrittene Installationen.


Immich erschließt sich nicht vollständig am ersten Tag.

Die grundlegende Bedienung ist bewusst einfach:

Fotos hochladen
↓
Timeline
↓
Album

Doch mit zunehmender Bibliotheksgröße werden andere Funktionen immer wichtiger.

Die erweiterte Suche kombiniert Personen, Inhalte, Orte, Kameradaten, Zeiträume, Tags, OCR und Bewertungen.

Die Ordneransicht bewahrt den Bezug zu vorhandenen Verzeichnisstrukturen. Hierarchische Tags und XMP-Sidecars machen Immich auch für sorgfältig gepflegte Fotoarchive interessant.

Gesichter können benannt, ausgeblendet, favorisiert und zusammengeführt werden.

Und über die CLI lässt sich Immich schließlich in automatisierte Import- und Migrationsworkflows integrieren.

Gerade diese Kombination macht Immich spannend:

Die Plattform ist einfach genug für die tägliche Familien-Fotobibliothek, bietet aber gleichzeitig genügend Funktionen für anspruchsvolle Self-Hosting-, NAS- und Fotografen-Workflows.

Mit Teil 15 endet deshalb zwar unsere reguläre Immich-Serie.

Technisch sind wir aber noch lange nicht fertig.

Als Nächstes können wir uns in den Bonusartikeln den Spezialthemen widmen – vom Apache Reverse Proxy über Proxmox und NVIDIA-GPU-Beschleunigung bis zur Migration kompletter Google-Fotos-Archive.