Linux Administration

Den ersten Linux-Server mit Beszel überwachen

Verbinden Sie Ihren ersten Linux-Server mit dem Beszel Hub. Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt die Installation des Agenten, die Authentifizierung und die ersten erfolgreichen Monitoring-Daten.

4 min Lesezeit
Grafik: Beszel Agent installieren und Server verbinden

Den ersten Agenten installieren und erfolgreich mit dem Hub verbinden

Nachdem wir im bisherigen Verlauf der Serie den Beszel Hub installiert und die Architektur kennengelernt haben, folgt nun der erste praktische Schritt: Ein Linux-Server wird mit dem Hub verbunden und anschließend zentral überwacht.

Beszel setzt dabei auf einen leichtgewichtigen Agenten, der auf jedem zu überwachenden System installiert wird. Dieser sammelt regelmäßig Informationen über CPU, Arbeitsspeicher, Festplatten, Netzwerk und weitere Systemdaten und überträgt sie sicher an den Beszel Hub.

In diesem Beitrag installieren wir den ersten Agenten auf einem Debian-13-Server, verbinden ihn mit dem Hub und prüfen anschließend, ob die Überwachung erfolgreich funktioniert.


Voraussetzungen

Bevor Sie beginnen, sollte Folgendes bereits vorhanden sein:

  • Ein funktionierender Beszel Hub
  • Zugriff auf die Weboberfläche
  • Ein Linux-Server (Debian 13 oder kompatibel)
  • Root-Rechte oder sudo-Berechtigung
  • Eine funktionierende Netzwerkverbindung zwischen Agent und Hub
  • Docker auf dem Zielsystem installiert

Zur Kontrolle:

docker --version
docker compose version

Den Agenten im Hub vorbereiten

Melden Sie sich zunächst am Beszel Dashboard an.

Navigieren Sie anschließend zum Bereich für die Verwaltung der überwachten Systeme.

Dort können Sie einen neuen Agenten hinzufügen.

Dabei erstellt Beszel einen individuellen Registrierungsschlüssel bzw. einen Installationsbefehl, der den Agenten eindeutig mit Ihrem Hub verbindet.

Diesen Befehl benötigen Sie im nächsten Schritt auf dem Linux-Server.


Agent installieren

Melden Sie sich per SSH auf dem zu überwachenden Server an.

ssh admin@mein-server

Wechseln Sie anschließend in ein geeignetes Arbeitsverzeichnis:

mkdir -p ~/beszel-agent
cd ~/beszel-agent

Führen Sie nun den vom Hub bereitgestellten Installationsbefehl aus.

Je nach Beszel-Version kann dieser leicht variieren, da er bereits alle notwendigen Verbindungsinformationen enthält.

Nach erfolgreicher Installation startet Docker automatisch den Agenten.

Kontrollieren Sie anschließend:

docker ps

Die Ausgabe sollte einen laufenden Beszel-Agenten anzeigen.


Status des Agenten prüfen

Mit folgendem Befehl kontrollieren Sie den Container:

docker ps

Beispiel:

CONTAINER ID   IMAGE
xxxxxxxxxxxx   beszel-agent

Weitere Informationen liefert:

docker logs beszel-agent

Läuft alles korrekt, erscheinen Meldungen über den erfolgreichen Verbindungsaufbau.


Verbindung zum Hub herstellen

Der Agent verbindet sich selbstständig mit dem Hub.

Dazu werden beim Start die notwendigen Verbindungsinformationen verwendet.

Hierzu gehören unter anderem:

  • Hub-Adresse
  • Registrierungsschlüssel
  • Authentifizierungsinformationen
  • Netzwerkparameter

Der Agent baut anschließend eine dauerhafte Verbindung zum Hub auf und beginnt automatisch mit der Übertragung der Messwerte.

Ein manuelles Eingreifen ist normalerweise nicht erforderlich.


Authentifizierung

Jeder Agent authentifiziert sich gegenüber dem Hub eindeutig.

Dadurch wird verhindert, dass fremde Systeme unerlaubt Daten an den Hub senden.

Die Authentifizierung erfolgt mithilfe der bei der Registrierung bereitgestellten Informationen.

Dadurch kann der Hub:

  • den Agenten eindeutig identifizieren,
  • die Daten korrekt zuordnen,
  • unberechtigte Verbindungen ablehnen.

Administratoren müssen dabei keine zusätzlichen Benutzerkonten für einzelne Agenten anlegen.


Verbindung testen

Nach wenigen Sekunden sollte der neue Server im Dashboard erscheinen.

Prüfen Sie:

  • Wird der Server angezeigt?
  • Ist der Status "Online"?
  • Werden CPU-Daten angezeigt?
  • Werden RAM-Werte angezeigt?
  • Sind Festplatteninformationen sichtbar?
  • Wird die Uptime angezeigt?

Sind diese Informationen vorhanden, funktioniert die Kommunikation zwischen Agent und Hub.


Der erste erfolgreiche Check

Öffnen Sie den neuen Server im Dashboard.

Nun sollten bereits erste Messwerte sichtbar sein.

Typischerweise gehören dazu:

  • CPU-Auslastung
  • Arbeitsspeicher
  • Swap
  • Festplattenbelegung
  • Netzwerkaktivität
  • Betriebssystem
  • Hostname
  • Laufzeit

Nach einigen Minuten erscheinen außerdem erste historische Diagramme.

Damit ist die erste erfolgreiche Überwachung eingerichtet.


Mehrere Server hinzufügen

Das Hinzufügen weiterer Server erfolgt nach demselben Prinzip.

Für jeden neuen Linux-Server:

  1. Agent im Hub registrieren.
  2. Installationsbefehl kopieren.
  3. Auf dem Zielsystem ausführen.
  4. Verbindung prüfen.
  5. Server erscheint automatisch im Dashboard.

Auf diese Weise lassen sich innerhalb weniger Minuten zahlreiche Server integrieren.


Häufige Fehler

Agent erscheint nicht im Dashboard

Mögliche Ursachen:

  • Hub-Adresse falsch
  • Registrierungsschlüssel ungültig
  • Firewall blockiert die Verbindung
  • Docker läuft nicht
  • Netzwerkproblem

Docker-Container beendet sich sofort

Prüfen Sie:

docker logs beszel-agent

Häufig sind fehlerhafte Parameter oder Tippfehler die Ursache.


Hub nicht erreichbar

Testen Sie die Verbindung:

curl https://monitoring.example.de

oder

ping monitoring.example.de

Kontrollieren Sie zusätzlich:

  • DNS
  • Firewall
  • Reverse Proxy
  • HTTPS-Konfiguration

Firewall blockiert den Zugriff

Kontrollieren Sie die Regeln:

sudo ufw status

Gegebenenfalls:

sudo ufw allow 443/tcp

Docker läuft nicht

Status prüfen:

sudo systemctl status docker

Falls notwendig:

sudo systemctl restart docker

Tipps zur Fehlerbehebung

Bei Problemen empfiehlt sich folgende Reihenfolge:

1. Docker prüfen

docker ps

2. Logs ansehen

docker logs beszel-agent

3. Hub testen

curl https://monitoring.example.de

4. Netzwerk testen

ping monitoring.example.de

5. Firewall prüfen

sudo ufw status

6. DNS prüfen

nslookup monitoring.example.de

oder

dig monitoring.example.de

7. Uhrzeit kontrollieren

Eine stark abweichende Systemzeit kann zu Problemen bei verschlüsselten Verbindungen führen.

Prüfen Sie:

timedatectl

Best Practices

Für einen zuverlässigen Betrieb empfiehlt sich:

  • Jeden Server einzeln hinzufügen und testen.
  • Einheitliche Hostnamen verwenden.
  • Agenten regelmäßig aktualisieren.
  • Docker-Container überwachen.
  • Firewall-Regeln dokumentieren.
  • Backups der Hub-Daten erstellen.
  • HTTPS konsequent einsetzen.
  • Historische Daten regelmäßig kontrollieren.

Was überwacht der Agent?

Nach erfolgreicher Einrichtung liefert der Agent unter anderem folgende Informationen:

KomponenteÜberwachungCPUAuslastungArbeitsspeicherNutzungSwapNutzungFestplattenBelegungNetzwerkDatenverkehrDockerContainerstatusBetriebssystemVersionUptimeLaufzeitHostnameSystemidentifikation

Damit stehen bereits alle wesentlichen Informationen für ein grundlegendes Server-Monitoring zur Verfügung.


Die Einrichtung des ersten Beszel-Agenten ist schnell erledigt und bildet die Grundlage für eine zentrale Überwachung Ihrer gesamten Serverlandschaft. Nach der Registrierung verbindet sich der Agent selbstständig mit dem Hub und liefert kontinuierlich aktuelle Systemdaten. Durch den geringen Ressourcenverbrauch eignet sich Beszel sowohl für einzelne Server als auch für größere Umgebungen mit vielen Hosts.

Im nächsten Teil der Serie werfen wir einen detaillierten Blick auf das Dashboard. Sie lernen die Benutzeroberfläche kennen und erfahren, wie Sie CPU-, Speicher-, Netzwerk- und Festplatteninformationen optimal auswerten können.