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Sicherheit von Beszel

Erfahren Sie, wie Sie Beszel für den produktiven Betrieb absichern. Von HTTPS und Reverse Proxy über Firewall und Backups bis hin zu Updates und Best Practices.

5 min Lesezeit
Grafik: Beszel sicher im Produktivbetrieb einsetzen

Beszel für den produktiven Einsatz absichern

Ein Monitoring-System enthält wertvolle Informationen über die eigene IT-Infrastruktur. Es kennt Servernamen, Betriebssysteme, IP-Adressen, Ressourcenverbrauch und häufig auch den Zustand geschäftskritischer Anwendungen. Gelangen diese Informationen in falsche Hände, können sie Angreifern wichtige Hinweise auf die Infrastruktur liefern.

Deshalb sollte Beszel niemals einfach mit den Standardeinstellungen produktiv betrieben werden. Bereits mit wenigen Maßnahmen lässt sich die Sicherheit deutlich erhöhen. Dazu gehören eine verschlüsselte Verbindung über HTTPS, ein Reverse Proxy, eine restriktive Firewall, sichere Benutzerkonten sowie regelmäßige Updates und Datensicherungen.

In diesem Teil der Serie erfahren Sie, wie Sie Beszel für den produktiven Betrieb absichern und welche Best Practices sich in der Praxis bewährt haben.


Warum Sicherheit beim Monitoring wichtig ist

Ein Monitoring-Server besitzt häufig Zugriff auf zahlreiche Systeme.

Er kennt beispielsweise:

  • Servernamen
  • Betriebssysteme
  • Docker-Hosts
  • Netzwerkinformationen
  • CPU- und RAM-Auslastungen
  • Speicherbelegungen
  • Uptime der Systeme

Diese Informationen sollten ausschließlich autorisierten Personen zur Verfügung stehen.

Deshalb sollte der Beszel Hub genauso sorgfältig abgesichert werden wie andere produktive Server.


HTTPS verwenden

Eine unverschlüsselte Verbindung sollte heute grundsätzlich vermieden werden.

HTTP überträgt Anmeldedaten und Sitzungsinformationen im Klartext.

Verwenden Sie deshalb ausschließlich HTTPS.

Die Vorteile:

  • verschlüsselte Kommunikation
  • Schutz der Zugangsdaten
  • Schutz der Monitoring-Daten
  • höhere Vertrauenswürdigkeit
  • Voraussetzung für viele Browserfunktionen

Ein kostenloses TLS-Zertifikat kann beispielsweise mit Let's Encrypt erstellt werden.

Nach erfolgreicher Einrichtung sollte das Dashboard ausschließlich über HTTPS erreichbar sein.

Beispiel:

https://monitoring.example.de

Reverse Proxy einsetzen

Für produktive Installationen empfiehlt sich der Betrieb hinter einem Reverse Proxy.

Geeignete Lösungen sind beispielsweise:

  • Apache HTTP Server
  • Nginx
  • Traefik
  • HAProxy

Ein Reverse Proxy bietet zahlreiche Vorteile:

  • zentrale TLS-Verwaltung
  • automatische Zertifikatserneuerung
  • Weiterleitung an den Docker-Container
  • zusätzliche Sicherheitsheader
  • Protokollierung der Zugriffe
  • Integration weiterer Webanwendungen

Der eigentliche Beszel-Container muss dadurch nicht direkt aus dem Internet erreichbar sein.


Firewall richtig konfigurieren

Der Monitoring-Server sollte nur die tatsächlich benötigten Ports bereitstellen.

Für die meisten Installationen genügt:

  • Port 443 für HTTPS
  • optional Port 80 für die Zertifikatserneuerung mit Let's Encrypt

Der interne Docker-Port von Beszel sollte möglichst nicht direkt aus dem Internet erreichbar sein.

Mit UFW können die wichtigsten Regeln beispielsweise wie folgt eingerichtet werden:

sudo ufw allow 80/tcp
sudo ufw allow 443/tcp
sudo ufw enable

Anschließend sollte überprüft werden:

sudo ufw status

Je weniger Dienste öffentlich erreichbar sind, desto kleiner ist die Angriffsfläche.


Benutzerverwaltung

Administratorzugänge sollten sorgfältig verwaltet werden.

Empfehlungen:

  • Jeder Administrator erhält ein eigenes Benutzerkonto.
  • Keine gemeinsamen Logins verwenden.
  • Starke Passwörter wählen.
  • Nicht mehr benötigte Benutzer zeitnah entfernen.
  • Administratorrechte nur bei Bedarf vergeben.

Dadurch lässt sich jederzeit nachvollziehen, welcher Benutzer Änderungen vorgenommen hat.


Zugriffsschutz

Neben sicheren Passwörtern gibt es weitere Möglichkeiten, den Zugriff auf Beszel zu schützen.

Bewährte Maßnahmen sind:

  • Zugriff ausschließlich über HTTPS
  • Firewall einsetzen
  • Reverse Proxy verwenden
  • Sichere Passwortrichtlinien
  • Zugriff nur aus internen Netzen erlauben
  • VPN für externe Administratoren nutzen

Besonders in Unternehmensnetzwerken empfiehlt es sich, den Beszel Hub nicht öffentlich im Internet bereitzustellen.

Der Zugriff kann stattdessen ausschließlich über ein VPN erfolgen.


Regelmäßige Updates

Wie jede Serversoftware sollte auch Beszel regelmäßig aktualisiert werden.

Docker vereinfacht diesen Vorgang erheblich.

Aktuelles Image herunterladen:

docker compose pull

Container neu starten:

docker compose up -d

Nicht mehr benötigte Images entfernen:

docker image prune -f

Zusätzlich sollten auch folgende Komponenten regelmäßig aktualisiert werden:

  • Debian 13
  • Docker Engine
  • Docker Compose
  • Reverse Proxy
  • TLS-Zertifikate
  • Beszel-Agenten

Regelmäßige Updates schließen bekannte Sicherheitslücken und verbessern die Stabilität.


Backup

Ein Backup gehört zu jeder produktiven Installation.

Gesichert werden sollten insbesondere:

  • Beszel-Datenverzeichnis
  • Docker-Compose-Datei
  • Konfigurationsdateien
  • Reverse-Proxy-Konfiguration
  • TLS-Zertifikate (optional)
  • Dokumentation

Backups sollten:

  • regelmäßig erstellt werden,
  • automatisiert erfolgen,
  • auf einem separaten System gespeichert werden,
  • regelmäßig getestet werden.

Nur getestete Backups bieten im Ernstfall Sicherheit.


Sichere Docker-Konfiguration

Auch Docker selbst sollte sicher betrieben werden.

Empfehlungen:

  • Nur offizielle Images verwenden.
  • Images regelmäßig aktualisieren.
  • Nicht benötigte Container entfernen.
  • Docker-Netzwerke sauber strukturieren.
  • Container möglichst mit minimalen Berechtigungen betreiben.
  • Nur notwendige Ports veröffentlichen.

Dadurch reduziert sich die Angriffsfläche erheblich.


Protokollierung überwachen

Auch der Monitoring-Server selbst sollte regelmäßig kontrolliert werden.

Beobachten Sie beispielsweise:

  • fehlgeschlagene Anmeldungen
  • ungewöhnliche Zugriffe
  • Container-Neustarts
  • Docker-Fehler
  • Reverse-Proxy-Protokolle
  • Systemmeldungen

Unter Debian können hierfür unter anderem folgende Werkzeuge genutzt werden:

journalctl

oder

docker logs beszel

Regelmäßige Kontrollen helfen dabei, Probleme frühzeitig zu erkennen.


Zugriff zusätzlich absichern

Für besonders sensible Umgebungen können weitere Sicherheitsmaßnahmen sinnvoll sein.

Beispiele:

  • VPN-Zugang
  • IP-Whitelist
  • Fail2ban
  • CrowdSec
  • Web Application Firewall (WAF)
  • Authentifizierung über einen Identity Provider

Je nach Sicherheitsanforderung kann der Zugriff damit weiter eingeschränkt werden.


Best Practices

Für einen sicheren produktiven Betrieb haben sich folgende Maßnahmen bewährt:

  • Ausschließlich HTTPS verwenden.
  • Reverse Proxy einsetzen.
  • Firewall restriktiv konfigurieren.
  • Interne Docker-Ports nicht veröffentlichen.
  • Regelmäßig Updates installieren.
  • Nur notwendige Benutzer anlegen.
  • Starke Passwörter verwenden.
  • Backups automatisieren.
  • Backups regelmäßig testen.
  • Logs regelmäßig kontrollieren.
  • VPN für den externen Zugriff bevorzugen.
  • Beszel mit CrowdSec oder Fail2ban kombinieren.
  • Debian aktuell halten.
  • Docker regelmäßig aktualisieren.
  • Sicherheitsmaßnahmen dokumentieren.

Typische Fehler

Dashboard über HTTP erreichbar

Ein unverschlüsselter Zugriff stellt ein unnötiges Sicherheitsrisiko dar.

Nutzen Sie ausschließlich HTTPS.


Docker-Port öffentlich freigegeben

Der interne Beszel-Port sollte nicht direkt aus dem Internet erreichbar sein.

Verwenden Sie stattdessen einen Reverse Proxy.


Schwache Passwörter

Einfache oder mehrfach verwendete Passwörter erhöhen das Risiko eines erfolgreichen Angriffs erheblich.


Fehlende Updates

Nicht aktualisierte Systeme enthalten häufig bekannte Sicherheitslücken.

Planen Sie regelmäßige Wartungsfenster ein.


Keine Datensicherung

Ein Hardwaredefekt oder ein Bedienfehler kann ohne Backup schnell zum Verlust aller Konfigurationsdaten führen.

Automatisierte Backups sind daher unverzichtbar.


Beszel in eine Sicherheitsstrategie integrieren

Beszel sollte nicht isoliert betrachtet werden.

In Kombination mit weiteren Sicherheitslösungen entsteht eine leistungsfähige Infrastruktur.

Bewährte Kombinationen sind beispielsweise:

  • CrowdSec für Angriffserkennung
  • Fail2ban zum Schutz vor Brute-Force-Angriffen
  • UFW oder nftables als Firewall
  • Lynis für Sicherheits-Audits
  • AIDE zur Integritätsprüfung
  • AppArmor für zusätzliche Prozessisolation
  • Uptime Kuma zur externen Erreichbarkeitsprüfung

Gemeinsam sorgen diese Werkzeuge für eine deutlich höhere Sicherheit und Transparenz.


Die Absicherung von Beszel sollte von Anfang an Bestandteil jeder produktiven Installation sein. Bereits einfache Maßnahmen wie HTTPS, ein Reverse Proxy, eine restriktive Firewall und regelmäßige Updates erhöhen die Sicherheit erheblich. Ergänzt durch starke Passwörter, zuverlässige Backups und eine durchdachte Benutzerverwaltung entsteht eine stabile und vertrauenswürdige Monitoring-Plattform.

Besonders wirkungsvoll wird Beszel in Kombination mit weiteren Sicherheitswerkzeugen wie CrowdSec, Fail2ban oder Lynis. So lässt sich nicht nur die eigene Infrastruktur überwachen, sondern auch der Monitoring-Server selbst zuverlässig schützen.

Im nächsten Teil der Serie zeigen wir, wie Beszel in einer NIS2-Umgebung eingesetzt werden kann und welche Vorteile die Lösung für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen bietet.