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Beszel in einer NIS2-Umgebung einsetzen

Wie eignet sich Beszel für Unternehmen und Behörden im NIS2-Umfeld? Erfahren Sie, wie Monitoring die Verfügbarkeit erhöht, Audits unterstützt und zur frühzeitigen Fehlererkennung beiträgt.

5 min Lesezeit
Grafik: Beszel im professionellen NIS2-Umfeld

Monitoring im professionellen Umfeld für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen

Mit der Umsetzung der NIS2-Richtlinie steigen die Anforderungen an die Informationssicherheit in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen deutlich. Neben organisatorischen Maßnahmen gewinnt insbesondere die kontinuierliche Überwachung der IT-Infrastruktur an Bedeutung. Systeme sollen zuverlässig funktionieren, Störungen frühzeitig erkannt und sicherheitsrelevante Ereignisse nachvollziehbar dokumentiert werden.

Ein modernes Monitoring-System gehört deshalb inzwischen zu den grundlegenden Bausteinen einer sicheren IT-Landschaft. Beszel bietet hierfür eine schlanke und leichtgewichtige Lösung, die insbesondere für kleine und mittlere Infrastrukturen interessant ist. Zwar ersetzt Beszel kein Security Information and Event Management (SIEM) oder ein Security Operations Center (SOC), dennoch kann es einen wichtigen Beitrag zur Verfügbarkeit und zum sicheren Betrieb leisten.

In diesem Teil der Serie betrachten wir den Einsatz von Beszel im professionellen Umfeld und zeigen, wie das Monitoring Unternehmen und Behörden bei der Umsetzung ihrer Sicherheitsanforderungen unterstützen kann.


Was bedeutet NIS2?

Die NIS2-Richtlinie verpflichtet zahlreiche Organisationen dazu, geeignete technische und organisatorische Maßnahmen zum Schutz ihrer IT-Systeme umzusetzen.

Zu den wesentlichen Zielen gehören unter anderem:

  • Erhöhung der IT-Sicherheit
  • Verbesserung der Verfügbarkeit kritischer Systeme
  • Frühzeitige Erkennung von Störungen
  • Minimierung von Ausfallzeiten
  • Nachvollziehbare Dokumentation
  • Kontinuierliche Verbesserung der Sicherheitsmaßnahmen

Ein Monitoring-System unterstützt viele dieser Ziele unmittelbar.


Monitoring im Behördenumfeld

Behörden betreiben heute eine Vielzahl digitaler Fachverfahren.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Fachanwendungen
  • Dokumentenmanagementsysteme
  • E-Mail-Infrastrukturen
  • Datenbanken
  • Virtualisierung
  • Webserver
  • Backup-Systeme
  • Verzeichnisdienste

Ein Ausfall einzelner Systeme kann unmittelbare Auswirkungen auf Verwaltungsprozesse und Bürgerdienste haben.

Beszel ermöglicht es Administratoren, den Zustand dieser Systeme zentral zu überwachen und Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen.

Gerade kleinere Kommunen oder Behörden mit begrenzten personellen Ressourcen profitieren von einer übersichtlichen Monitoring-Lösung.


Dokumentation der Infrastruktur

Ein Monitoring-System liefert nicht nur aktuelle Messwerte.

Es dokumentiert gleichzeitig den Zustand der Infrastruktur über einen längeren Zeitraum.

Hierzu gehören beispielsweise:

  • CPU-Auslastung
  • Arbeitsspeicher
  • Festplattenbelegung
  • Netzwerkaktivität
  • Uptime
  • Docker-Hosts
  • Historische Entwicklungen

Diese Informationen können bei der Planung neuer Hardware ebenso hilfreich sein wie bei der Analyse von Störungen.

Eine regelmäßige Dokumentation unterstützt außerdem interne Sicherheitsprozesse und erleichtert die technische Nachvollziehbarkeit.


Verfügbarkeitsüberwachung

Die Verfügbarkeit kritischer Systeme gehört zu den zentralen Anforderungen moderner IT-Sicherheitskonzepte.

Mit Beszel lassen sich unter anderem überwachen:

  • Webserver
  • Datenbankserver
  • Virtualisierungshosts
  • Docker-Hosts
  • Backupserver
  • Fileserver
  • Mailserver
  • Cloud-Systeme

Fällt ein System aus oder liefert keine Monitoring-Daten mehr, wird dies unmittelbar sichtbar.

Dadurch können Administratoren schneller reagieren und Ausfallzeiten verkürzen.


Frühzeitige Fehlererkennung

Viele Ausfälle kündigen sich bereits Stunden oder Tage vorher an.

Typische Anzeichen sind:

  • steigende CPU-Auslastung
  • kontinuierlich wachsender Speicherverbrauch
  • zunehmende Festplattenbelegung
  • ungewöhnlicher Netzwerkverkehr
  • häufige Container-Neustarts
  • wiederkehrende Lastspitzen

Durch die kontinuierliche Überwachung können solche Entwicklungen früh erkannt werden.

Dadurch bleibt häufig ausreichend Zeit, um Gegenmaßnahmen einzuleiten.


Nachvollziehbarkeit

Im professionellen Betrieb ist es wichtig, Ereignisse auch im Nachhinein nachvollziehen zu können.

Historische Messwerte helfen beispielsweise bei der Beantwortung folgender Fragen:

  • Wann trat die hohe CPU-Auslastung erstmals auf?
  • Seit wann wächst der Speicherverbrauch?
  • Wann wurde der Server zuletzt neu gestartet?
  • Wie entwickelte sich die Auslastung vor einem Ausfall?
  • Gab es bereits ähnliche Ereignisse?

Die historischen Diagramme von Beszel erleichtern diese Analyse erheblich.


Unterstützung bei Audits

Audits prüfen häufig, ob technische Maßnahmen zur Überwachung und Sicherstellung des IT-Betriebs vorhanden sind.

Ein Monitoring-System kann dabei unter anderem unterstützen durch:

  • Nachweis einer kontinuierlichen Systemüberwachung
  • Dokumentation historischer Messwerte
  • Übersicht über überwachte Systeme
  • Erkennung technischer Auffälligkeiten
  • Nachweis regelmäßiger Kontrollen

Wichtig ist jedoch, dass Beszel allein keine vollständige Audit-Dokumentation ersetzt. Es liefert technische Informationen, die im Rahmen eines Informationssicherheitsmanagements sinnvoll genutzt und ergänzt werden können.


Zusammenarbeit mit anderen Sicherheitslösungen

In professionellen Umgebungen wird Beszel häufig mit weiteren Werkzeugen kombiniert.

Bewährte Kombinationen sind beispielsweise:

  • CrowdSec zur Angriffserkennung
  • Fail2ban zum Schutz vor Brute-Force-Angriffen
  • Uptime Kuma für externe Verfügbarkeitsprüfungen
  • Grafana für komplexe Visualisierungen
  • Prometheus für zusätzliche Metriken
  • Loki für Log-Analysen
  • AIDE zur Integritätsprüfung
  • Lynis für Sicherheits-Audits
  • AppArmor zur Systemhärtung

Gemeinsam entsteht daraus eine leistungsfähige Monitoring- und Sicherheitsplattform.


Einsatz in Unternehmen

Auch Unternehmen profitieren von einer zentralen Überwachung.

Typische Systeme sind:

  • ERP-Server
  • CRM-Systeme
  • Webshops
  • Datenbanken
  • Entwicklungsserver
  • Docker-Plattformen
  • Backup-Infrastruktur
  • Virtualisierung

Beszel unterstützt Administratoren dabei, den Überblick über diese Systeme zu behalten und technische Probleme frühzeitig zu erkennen.


Einsatz in Rechenzentren

Auch in kleineren Rechenzentren kann Beszel sinnvoll eingesetzt werden.

Überwacht werden können beispielsweise:

  • physische Server
  • virtuelle Maschinen
  • Storage-Systeme
  • Docker-Hosts
  • Netzwerkdienste
  • Cloud-Anbindungen

Gerade bei mehreren Standorten bietet die zentrale Oberfläche einen schnellen Überblick.


Grenzen von Beszel

Beszel ist bewusst als schlanke Monitoring-Lösung konzipiert.

Daher ersetzt es keine spezialisierten Sicherheitsplattformen.

Nicht zum Funktionsumfang gehören unter anderem:

  • SIEM-Funktionen
  • Angriffserkennung auf Netzwerkebene
  • Log-Korrelation
  • Schwachstellenmanagement
  • Endpoint Detection and Response (EDR)
  • automatisierte Incident-Response
  • Compliance-Management
  • Asset-Management

Für diese Aufgaben kommen spezialisierte Lösungen zum Einsatz.

Beszel konzentriert sich auf die zuverlässige Überwachung von Systemzustand, Ressourcen und Verfügbarkeit.


Best Practices für NIS2-Umgebungen

Für den Einsatz in professionellen Umgebungen haben sich folgende Maßnahmen bewährt:

  • Beszel ausschließlich über HTTPS bereitstellen.
  • Zugriff über Reverse Proxy absichern.
  • Firewall restriktiv konfigurieren.
  • Monitoring-Daten regelmäßig sichern.
  • Schwellwerte sinnvoll definieren.
  • Alarmierungen regelmäßig testen.
  • Historische Daten auswerten.
  • Monitoring dokumentieren.
  • Beszel regelmäßig aktualisieren.
  • Monitoring mit weiteren Sicherheitswerkzeugen kombinieren.
  • Administratoren regelmäßig schulen.
  • Monitoring-Prozesse in das Informationssicherheitsmanagement integrieren.

Grenzen im Zusammenhang mit NIS2

Beszel kann einen wichtigen Beitrag zur technischen Überwachung leisten, erfüllt jedoch allein nicht sämtliche Anforderungen der NIS2-Richtlinie.

Für eine umfassende Umsetzung sind zusätzlich unter anderem erforderlich:

  • ein Informationssicherheitsmanagement
  • Risikobewertungen
  • Notfallmanagement
  • Backup- und Wiederherstellungskonzepte
  • Incident-Response-Prozesse
  • Patch-Management
  • Schulungen der Mitarbeitenden
  • technische und organisatorische Sicherheitsmaßnahmen

Beszel ist somit ein Baustein innerhalb einer umfassenden Sicherheitsstrategie.


Beszel eignet sich hervorragend als leichtgewichtige Monitoring-Lösung für Unternehmen, Kommunen und andere Organisationen, die ihre Serverlandschaft zentral überwachen möchten. Durch die kontinuierliche Erfassung von Systemzuständen, historischen Messwerten und Verfügbarkeiten unterstützt die Software dabei, technische Probleme frühzeitig zu erkennen und den stabilen Betrieb der Infrastruktur sicherzustellen.

Im Kontext der NIS2-Richtlinie kann Beszel einen wertvollen Beitrag zur technischen Überwachung leisten. Es ersetzt jedoch weder ein Informationssicherheitsmanagement noch spezialisierte Sicherheitslösungen wie SIEM-, EDR- oder Schwachstellenmanagement-Systeme. Richtig eingesetzt und mit weiteren Werkzeugen kombiniert, bildet Beszel jedoch einen wichtigen Baustein einer modernen und belastbaren IT-Sicherheitsstrategie.

Im nächsten Teil der Serie vergleichen wir Beszel mit anderen Monitoring-Lösungen wie Zabbix, Netdata, Checkmk, Prometheus und Uptime Kuma. Dabei zeigen wir die jeweiligen Stärken, Unterschiede und geeigneten Einsatzszenarien.